Staatssekretärin Bartmann bei den Stadtentdeckern in Eisenhüttenstadt
- Erschienen am - PresemitteilungBaustaatssekretärin Ina Bartmann hat heute die öffentliche Präsentation des Stadtentdecker-Projekts der Jugendlichen aus den Abteilungen Technik und Soziales des Europaschule Oberstufenzentrums Oder-Spree Eisenhüttenstadt besucht. Erstmals beteiligen sich die Schülerinnen und Schüler eines Oberstufenzentrums an dem Projekt Stadtentdecker. Sie haben sich mit einem leerstehenden Objekt befasst, das zu einem Jugendclub entwickelt werden soll.
Das Schulprojekt „Stadtentdecker“ findet seit 2013 an Brandenburger Schulen statt. Auch 2026 haben Schulen die Möglichkeit, sich am Projekt „Stadtentdecker“ des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung und der Brandenburgischen Architektenkammer zu beteiligen. Seit die Stadtentdecker aus der Taufe gehoben wurden, wurden mehr als 100 Projekte und Vorhaben an Schulen gefördert. Insgesamt beträgt die Fördersumme in diesem Jahr 82.500 Euro. Das Projekt in Eisenhüttenstadt wird mit 5.500 Euro unterstützt.
Ina Bartmann: „Ich freue mich, dass unser gemeinsames Projekt zusammen mit der Brandenburgischen Architektenkammer so erfolgreich an den Brandenburger Schulen läuft. Kinder und Jugendliche sehen ihre Stadt, ihr Dorf und ihr Wohnumfeld oft mit ganz anderen Augen als Erwachsene und entwickeln eigene Vorstellungen, wie sie leben und wohnen möchten. Gut ist, dass sie diese Ideen nicht für sich behalten, sondern darüber reden und sich neben Lehrerinnen, Lehrern, Eltern, Mitschülern und den projektbegleitenden Architektinnen und Architekten auch mit der Stadtverwaltung und Kolleginnen und Kollegen aus dem Ministerium austauschen. Die Kinder und Jugendlichen werden ernst genommen und erleben Partizipation hautnah mit. Ich freue mich ganz besonders darüber, dass in Eisenhüttenstadt erstmals Berufsschülerinnen- und Schüler am Projekt teilgenommen haben. Sie wollen mit ihrem Engagement die Stadt attraktiver für junge Menschen gestalten, auch wenn sie durch ihre Ausbildung nur zeitweise in der Stadt leben bzw. einpendeln. Die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft als Eigentümer des Gebäudes unterstützt das Anliegen der Jugendlichen.“
Eisenhüttenstadt
Die Stadt Eisenhüttenstadt ist durch ihre Entstehungsgeschichte als "sozialistische Planstadt" ein einmaliges Denkmal der Architektur- und Städtebaugeschichte der DDR. Gleichzeitig waren die Wohnquartiere in den vergangenen Jahren in besonderem Maß von den Auswirkungen des demografischen und wirtschaftlichen Strukturwandels betroffen. Hohe Wohnungsleerstände und baulicher Verfall waren die Folge. Die Stadt Eisenhüttenstadt hat im Stadtumbau deshalb eine Doppelstrategie verfolgt: Neben dem teilweise flächenhaften Rückbau von Wohnquartieren am Stadtrand liegt der Fokus auf der Aufwertung der zentralen Quartiere. Dabei werden Aspekte des denkmalgerechten Erhalts sowie der zielgruppenspezifischen und zeitgemäßen Nutzung berücksichtigt. Zur Erreichung der Stadtumbauziele wurden zwischen dem Land Brandenburg, der Stadt Eisenhüttenstadt und den großen Wohnungsunternehmen Kooperationsvereinbarungen geschlossen.
Stadtentdecker Europaschule Oberstufenzentrums Oder-Spree Eisenhüttenstadt
Die Durchführung wurde für das erste Schulhalbjahr des Schuljahres 2025/2026 vorgesehen. Das Eröffnungsgespräch mit allen Beteiligten fand im September 2025 statt. Der Stadtspaziergang erfolgte Anfang Januar 2026. Kernidee des Projekts ist es, das leerstehende Gebäude, in dem sich der Club am Anger befindet, mit kulturellem Leben zu füllen und eine positive Wahrnehmung für Jugendliche zu fördern. Das Gebäude wurde vor zwei Jahren von der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) gekauft und mit Strom, Wasser, Toiletten und Heizung versehen. Der Vorstand der EWG hat das Projekt der Stadtentdecker engagiert unterstützt. Die Präsentation lud in verschiedenen Aktivitätszonen zum Mitmachen ein. Die Jugendlichen haben auch einen Kurzfilm erstellt, mit dem der Club in der Stadt beworben wird.
Im Projekt arbeiteten Berufsschülerinnen und -schüler aus den Bereichen Elektroniker für Betriebstechnik, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik, Erzieher, Sozialassistenz und Werkfeuerwehr, die seit Beginn des laufenden Schuljahres am Oberstufenzentrum sind, mit. Für viele ist es ein neuer Lebensort auf Zeit. Sie wohnen zum Teil in Wohnheimen oder pendeln am Wochenende in umliegende Städte, in Einzelfällen bis nach Berlin.
Das Projekt Stadtentdecker
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung stellt aktuell für bis zu 15 Projekte im Jahr insgesamt 82.500 Euro zur Verfügung. Die Projekte können bis zu einem Höchstsatz von 5.500 Euro gefördert werden. Angeleitet von den projektbegleitenden Architektinnen und Architekten und mit Unterstützung von Lehrkräften setzen sich Schülerinnen und Schüler unter einem selbstgewählten Thema mit ihrem Heimatort auseinander. Ihr Lebensumfeld wird zum Erkundungsraum, indem sie vorhandene oder auch fehlende Qualitäten ihrer gebauten Umgebung analysieren, dokumentieren und bewerten sowie eigene Ideen, Wünsche und Gestaltungsvorschläge erarbeiten.
2023 feierte das Stadtentdecker-Projekt nicht nur sein 10-jähriges Jubiläum, es wurde auch mit dem Berlin Brandenburg Preis - getragen von der Stiftung Zukunft Berlin und der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gemeinnützige GmbH - ausgezeichnet.