Mehr Schatten, mehr Grün, kühlere Quartiere: MIL unterstützt Kommunen bei der Anpassung an Hitze
- Erschienen am - PresemitteilungBerlin und Brandenburg stecken aktuell in einer Hitzewelle: Es ist tagsüber sehr heiß, und auch nachts bleiben die Temperaturen hoch. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt die Kommunen dabei, sich an solche Hitzeperioden anzupassen – mit Instrumenten, Beratung und Förderprogrammen für eine klimaangepasste Stadtentwicklung.
Dazu gehören Maßnahmen für mehr Schatten und Grün in Quartieren, die Entsiegelung von Flächen, die Begrünung von Freiräumen sowie eine klimaangepasste Gestaltung des öffentlichen Raums. Gerade Straßen, Plätze und Haltestellen spielen dabei eine wichtige Rolle, weil Hitze dort für viele Menschen im Alltag unmittelbar spürbar wird.
Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Wir müssen unsere Städte stärker an das veränderte Klima anpassen. Hitze trifft zuerst Straßen, Plätze und Haltestellen – dort entscheidet sich, ob der Alltag für die Menschen noch gut zu bewältigen ist. Mehr Stadtgrün, schattige Wege und weniger versiegelte Flächen sind keine Kür, sondern Teil der Daseinsvorsorge. Unser Ziel ist, dass Brandenburgs Städte auch bei 35 Grad und mehr lebenswert bleiben.“
Klimaanpassung ist dabei keine abstrakte Zukunftsaufgabe, sondern zeigt sich ganz konkret vor Ort: Bäume und Grünflächen kühlen Quartiere, entsiegelte Flächen können Regenwasser besser aufnehmen, und gut gestaltete öffentliche Räume erhöhen die Aufenthaltsqualität auch in Hitzeperioden. So lassen sich Hitzebelastung, Trockenstress und die Folgen von Starkregen gemeinsam in den Blick nehmen.
In Brandenburg gibt es dafür bereits gute Beispiele, die zeigen, wie Hitzeanpassung ganz konkret aussieht. In Oranienburg wird die Weiße Stadt als klimaresilienter Stadtteil weiterentwickelt; dazu gehören unter anderem ein digitaler Zwilling mit Simulationen zu Starkregen und Solarpotenzial.
In Potsdam-Krampnitz entsteht zudem ein neues Stadtquartier, das als Modell für klimaangepasstes Bauen gilt. Auf der früheren Militärbrache werden Flächen entsiegelt, Regengärten und großzügige Parkanlagen angelegt, Dächer begrünt und mit Solaranlagen ausgestattet. Ein autoarmes Konzept mit Quartiersgaragen, Tram- und Busanbindung sorgt dafür, dass Straßen und Plätze trotz Hitze lebenswert bleiben.
In Brandenburg an der Havel erprobt die Landesinitiative „Meine Stadt der Zukunft“ am Beispiel der Bauhofstraße, wie Straßenräume durch mehr Grün, Verschattung und kluge Flächennutzung klimaangepasst gestaltet werden können – als Modell für den öffentlichen Raum der Zukunft.
Arbeitshilfe zur Klimaanpassung in Städten und Gemeinden
Eine Arbeitshilfe zur Klimaanpassung in Städten und Gemeinden zeigt anschaulich, wie Klimaanpassung bei der Bestandsentwicklung und bei neuen Vorhaben frühzeitig mitgedacht werden kann. Sie richtet sich an Kommunen und bietet konkrete Orientierung für Planung und Umsetzung vor Ort. Begleitend plant das MIL zusammen mit dem MWEKE eine Fachveranstaltung, auf der erfolgreiche Ansätze der klimaangepassten Stadt- und Quartiersentwicklung vorgestellt werden. Damit soll der Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Fachleuten und dem Land weiter gestärkt werden.
Für viele Kommunen ist die Anpassung an den Klimawandel noch ein relativ neues Thema. In wenigen Städten existieren bislang umfassende Strukturen und Konzepte. Die Arbeitshilfe bietet Impulse und Unterstützung für eine planvolle, zukunftsorientierte Vorgehensweise. Der Handlungsspielraum ist groß: Brandenburg stellt zahlreiche Instrumente und erfolgreiche Beispiele bereit, die zur Nachahmung einladen.
Klimaanpassung im öffentlichen Raum ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Land und Kommunen. Das MIL wird die Städte und Gemeinden dabei weiter unterstützen, klimaresiliente und lebenswerte Quartiere zu entwickeln.
Weitere Informationen für Städte und Gemeinden:
– Themenseite „Energie und Klima in der Stadtentwicklung“:
https://mil.brandenburg.de/mil/de/themen/stadtentwicklung/energie-und-klima-gebaeudeenergie/
– Arbeitshilfe „Resilient im Klimawandel – Klimaanpassung in Städten und Gemeinden“:
https://mil.brandenburg.de/mil/de/themen/stadtentwicklung/klimagerechte-stadtentwicklung/
– Arbeitshilfe „Kommunale Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz“:
https://mil.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Leitfaden-2021_barrierefrei_fertig.pdf