Crumbach: „Wer die Trassenpreise erhöht, bringt das Deutschlandticket ins Wanken “
- Erschienen am - PresemitteilungDie geplante massive Erhöhung der Trassenpreise im Regional- und S-Bahnverkehr untergräbt die Finanzierung des Nahverkehrs, auf dem auch das Deutschlandticket aufbaut. Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach warnt: Wer den Ländern Milliardenmehrkosten aufbürdet, riskiert weniger Angebot, höhere Preise – und das schleichende Aus eines Erfolgsprojekts, auf das Millionen Fahrgäste bauen.
Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Das Deutschlandticket ist das größte Versprechen für bezahlbare Mobilität, das wir den Menschen in diesem Land seit Jahrzehnten gegeben haben. Und es ist ein gutes Versprechen. Wer jetzt die Trassenpreise für S-Bahn und Regionalzüge massiv erhöht, verabschiedet sich faktisch von diesem Versprechen – denn die Milliarden, die dann für Netzentgelte fällig werden, fehlen uns bei der Finanzierung der Zugangebote, auf denen das Deutschlandticket aufbaut. Mit jedem zusätzlichen Euro, den wir für Trassenentgelte zahlen müssen, steigt der Druck, entweder das Deutschlandticket weiter zu verteuern oder beim Angebot zu sparen. Beides ist falsch und gefährdet die Attraktivität des Tickets.“
Die Rechnung ist brutal einfach: Steigen die Trassenpreise, ohne dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich aufstockt, bleiben uns nur drei Optionen – wir streichen Züge, wir machen Tickets teurer oder das Deutschlandticket wird zur Mogelpackung. Es heißt noch Deutschlandticket, aber dahinter stehen weniger Züge und schlechtere Takte. Wer sich für diesen Weg entscheidet, redet von bezahlbarer Mobilität, aber dreht ihr gleichzeitig den Geldhahn zu.
Brandenburg steht hier stellvertretend für alle Bundesländer, die Tag für Tag den Regional- oder S-Bahnverkehr organisieren und die explodierenden Trassenkosten schlicht nicht mehr allein schultern können. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie ein EuGH-Urteil und neue Entgeltentscheidungen der Bundesnetzagentur und der Infrastrukturunternehmen am Ende bei den Fahrgästen abgeladen werden.Deshalb prüfen wir sehr genau, welche rechtlichen Schritte gegen die neuen Trassenpreis-Bescheide möglich sind, und sind bereit, auch vor Gericht zu ziehen. Es geht nicht um juristische Spitzfindigkeiten, sondern um die Frage, ob die Pendlerin aus der Uckermark, der Azubi im Berliner Umland oder die Familie im Lausitzer Revier morgen noch verlässlich und mit Deutschlandticket unterwegs sein können – oder ob der Bund mit der Trassenpreisschraube das Rückgrat des Nahverkehrs bricht.“