Bad Belzig: Minister Crumbach hat EU-Mittel für das Vorhaben Treffpunkt Klinke1 übergeben
- Erschienen am - PresemitteilungDas Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt in der EU-Strukturfondsperiode 2021-2027 mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) Vorhaben im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung. Für die Sanierung und Aufwertung der soziokulturellen Einrichtung Treffpunkt Klinke 1 werden rund 864.000 Euro EU-Mittel bewilligt.
Infrastrukturminister Robert Crumbach: „Bad Belzig ist eine lebenswerte und zukunftsfähige Kurstadt im weiteren Metropolenraum. Die Stadtsanierung ist gut vorangekommen. Die Innenstadt strahlt in neuem Glanz – frisch renoviert und voller Leben. Mit den Städtebaufördermitteln konnten viele stadtbildprägende Gebäude, beispielsweise die Burg Eisenhardt, sowie Straßen und Plätze saniert werden. Die Umgestaltung des Marktplatzes hat die Attraktivität der Innenstadt weiter erhöht. Die Stadt hat sich erfolgreich bei der Landesinitiative ‚Meine Stadt der Zukunft‘ beteiligt und Konzepte für eine klimaneutrale Altstadt entwickelt. Im Wohngebiert Klinkengrund leben viele Menschen. Hier wurde durch den Einsatz der Städtebaufördermittel schon viel erreicht. Mit den Mitteln der Europäischen Union in Kombination mit Städtebaufördermitteln für den Treffpunkt Klinke 1 wollen wir die Lebensqualität für alle Generationen im Wohngebiet weiter erhöhen. Die Förderung des sozialen Zusammenhalts in den Stadtteilen ist uns ein wichtiges Anliegen.“
Der Stadtteil Klinkengrund ist ein wichtiger Wohnstandort in Bad Belzig, der aber vor besonderen sozialen Herausforderungen steht, beispielsweise durch einen hohen Anteil an Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe, an Menschen mit Migrationshintergrund aber auch an Seniorinnen und Senioren. Hier leben rund 20 Prozent der Bevölkerung.
Das Gebäude der Klinke1 liegt im Zentrum des Stadtteils und ist eng mit der Geschichte der Wohnsiedlung Klinkengrund verbunden. Es diente während der Errichtung der Siedlung als Unterbringungsort für Bauarbeiter.
Der Treffpunkt Klinke1 ist zentrale Anlaufstelle und Ort der Bildung und Freizeitgestaltung für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils mit Ausstrahlungseffekten weit darüber hinaus. Als multifunktionaler Treffpunkt bietet er vielfältige Angebote in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales sowie Sport und Gesundheit für unterschiedliche Nutzergruppen, beispielsweise als Lernort für die Grundbildung Erwachsener, Deutschkurse für Menschen mit Migrationshintergrund, Veranstaltungen zu Natur-Wissen sowie digitale Angebote für SeniorInnen. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule, dem Jobcenter und anderen Institutionen wie der nahegelegenen Kita Tausendfüßler. Es gibt Kulturangebote wie Mal-, Bastel- und Handarbeitskurse, interkulturelle Koch- und Begegnungswochen zur Förderung des Austausches verschiedener Kulturen sowie Sozialangebote, beispielsweise „Plauderstübchen“ für von Isolation betroffener Menschen, Gruppentreff vom Diakonischen Werk PM e. V., Quartiersmanagement, Standort der Belziger Tafel und Beratungsangebote. Hinzu kommen diverse Sport- und Gesundheitsangebote für alle Altersgruppen.
Ziel der geplanten Sanierung ist es, das vorhandene Gebäude energetisch zu verbessern und an die Anforderungen der vielfältigen Nutzergruppen anzupassen. Unter anderem werden Fenster und Türen erneuert, die Keller-, Dachdecken- und Fassadenbereiche gedämmt sowie eine Photovoltaik-Anlage installiert.
Es ist vorgesehen das Bestandgebäudes in drei zentrale Bereiche für Jugendtreff, Quartiersmanagement und die „Tafel Bad Belzig“ zu untergliedern. Wobei die Belziger Tafel neue Kühl- und Lagerräume bekommt. Die Neuaufteilung der Räume sowie bewegliche Trennwände ermöglichen es zukünftig, unabhängige Raumeinheiten zu schaffen, sodass Angebote auch parallel stattfinden können. Es gibt eigene Büros für Quartiersmanagement und soziale Träger, um Beratungsangebote in einem noch größeren Umfang anbieten zu können. Es werden separate Räume für die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort geschaffen.
Mit der Neugestaltung der Außenanlagen sollen Möglichkeiten für Veranstaltungen sowie ein attraktiver Eingangsbereich zum Stadtteiltreff geschaffen werden.
Insgesamt entstehen Kosten in Höhe von rund 1,44 Millionen Euro. Das Land stellt aus dem EU-Förderprogramm „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 864.370 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Bundes- und Landesmittel in Höhe von rund 307.000 Euro aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Die Stadt beteiligt sich insgesamt mit rund 269.000 Euro. Die Fertigstellung des Vorhabens ist Ende 2027 vorgesehen.
Hintergrundinformationen zum Förderprogramm Nachhaltige Stadtentwicklung (NaS)
Mit den Mitteln der Europäischen Union sollen die „Zentralen Orte“ im Land Brandenburg in ihrer Entwicklung unterstützt und funktional gestärkt werden. Diesen Orten kommt eine besondere Bedeutung für die Sicherung und Entwicklung des gesamten Landes zu. Sie sind Motoren für ihr Umland und die Wirtschaft, Orte der Vernetzung, der Kreativität und Innovationen sowie Dienstleistungszentren. Sie bieten einen zukunftssicheren Rahmen für die Daseinsvorsorge und leisten einen wichtigen Beitrag für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen.
Im Rahmen von thematischen Aufrufen wurden Vorhaben für folgende Themenschwerpunkte identifiziert und ausgewählt:
- Qualifizierung und Anpassung der sozialen und kulturellen Infrastruktur u.a. an die demografische Entwicklung sowie die Nutzbarmachung von leerstehenden Gebäuden oder brachliegenden Freiflächen für die Erhaltung des städtischen Natur- und Kulturerbes
- Ökologische und klimagerechte Entwicklung und Klimaanpassung sowie nachhaltige Mobilitätslösungen
Die drei Aufrufe wurden im Zeitraum von August 2023 bis September 2024 durchgeführt. Insgesamt wurden in allen drei Aufrufen 72 Anträge gestellt, von denen 27 Anträge zur Förderung vorgesehen sind. Insgesamt stehen im Land Brandenburg 70 Millionen Euro für die nachhaltige Stadtentwicklung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Bis August 2026 wurden insgesamt 17 Vorhaben bewilligt. Die Gesamtfördersumme der EFRE-Mittel beläuft sich dabei auf rund 53,8 Millionen Euro (Gesamtvolumen 84,8 Millionen Euro).
Hintergrundinformationen Städtebauförderung
Die Stadt Bad Belzig wird seit 1993 im Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und ab 2020 im Bund-Länder-Programm Lebendige Zentren in der Förderkulisse „Sanierungsgebiet Historische Altstadt“ gefördert. Der Förderschwerpunkt liegt vor allem auf der Sicherung und Sanierung von Einzeldenkmälern und stadtbildprägenden Gebäuden. Viele Projekte wurden bereits umgesetzt, beispielsweise die Sanierung der Burg Eisenhardt, die Sanierung und Erweiterung des Rathauses, die Instandsetzung und Modernisierung von über 200 Wohngebäuden (z. B. Wiesenburger Straße 13) sowie die ortsbildgerechte Wiederherrichtung des Straßenraums.
Darüber hinaus wird die Stadt Bad Belzig seit 2015 im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und ab 2020 im Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ in der Förderkulisse Klinkengrund unterstützt. Ziel ist es, Klinkengrund als attraktiven Wohnstandort für unterschiedliche Wohnansprüche mit einer ausgewogenen Sozialstruktur langfristig zu stabilisieren und qualitätsvoll weiterzuentwickeln. Es wurde ein Vor-Ort-Büro des Quartiersmanagements eingerichtet sowie das Gebäude und die Außenanlagen der Kita „Tausendfüßler“ saniert und umgestaltet. Dabei wurden Teilbereiche der Außenanlagen zu öffentlichen Spiel- und Aktionsräumen umgebaut unter anderem ein Basketball- und Bolzplatz.
Die Stadt Bad Belzig hat bisher insgesamt rund 42,7 Millionen Euro im Rahmen der Städtebauförderung erhalten.