Potsdam: Staatssekretär Westphal bei den Stadtentdeckern des Leibniz-Gymnasiums
- Erschienen am - PresemitteilungBaustaatssekretär Volker-Gerd Westphal hat heute die öffentliche Präsentation des Stadtentdecker-Projekts der Klasse 7a des Potsdamer Leibniz-Gymnasiums im Bildungsforum besucht. Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit der Freiflächengestaltung am Jungfernsee befasst. Dazu war die Beschäftigung mit dem vorhandenen Bebauungsplan erforderlich. Das Projekt wurde mit 5.500 Euro vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt.
Das Schulprojekt „Stadtentdecker“ findet seit 2013 an brandenburgischen Schulen statt. Auch 2026 haben Schulen die Möglichkeit, sich am Projekt „Stadtentdecker“ des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung und der Brandenburgischen Architektenkammer zu beteiligen. Seit die Stadtentdecker aus der Taufe gehoben wurden, konnten mehr als 100 Projekte und Vorhaben an Schulen gefördert werden.
Volker-Gerd Westphal: „Ich freue mich, dass unser gemeinsames Projekt mit der Brandenburgischen Architektenkammer so erfolgreich an den Schulen im Land läuft. Jugendliche sehen ihre Stadt, ihr Dorf und ihr Wohnumfeld oft mit ganz anderen Augen als Erwachsene und entwickeln eigene Vorstellungen, wie sie leben und wohnen möchten. Im Stadtentdeckerprojekt können sie zu aktiven Gestaltern ihrer Stadt werden. Es bietet die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln und sich darüber mit Lehrkräften, Eltern, Mitschülern, den projektbegleitenden Architektinnen und Architekten aber auch mit der Stadtverwaltung und dem Ministerium auszutauschen. Die Kinder und Jugendlichen werden ernst genommen und erleben Partizipation hautnah mit. Der Potsdamer Jungfernsee ist ein spannender Ort mit Entwicklungspotenzial. Gleichzeitig kann man das – mitunter nicht einfache – Miteinander von Bebauung und Natur dort gut erleben. Und: Es ist auch ein historischer Ort, mit dem Schloss Cecilienhof als Ort der Potsdamer Konferenz und der früheren innerdeutschen Grenze, die durch den See verlief. Hier haben die Schülerinnen und Schüler Ideen für die Freiflächengestaltung aber auch für Bauwerksbegrünung und den Einsatz erneuerbarer Energien beim Neubau von Häusern entwickelt.“
Projekt „Jungfernsee“
Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a haben einen Stadtspaziergang am Jungfernsee durchgeführt. In der anschließenden Arbeitsphase haben sie in sechs Gruppen verschiedene Konzepte ausgearbeitet. Jede Gruppe hat sich entlang der Stadtspaziergang-Route für ihr Konzept einen anderen spannenden Ort ausgesucht – ob Freifläche oder historisch bebaut. Die internationalen sowie geschichtsträchtigen Spuren am Jungfernsee haben hier für regen Austausch gesorgt. Eine wesentliche Herausforderung des Projekts ergibt sich aus dem beschlossenen Bebauungsplan (B-Plan), der nur für kleine Flächen Möglichkeiten der Gestaltung vorsieht. Hier stellte sich die Frage, ob die Ideen überhaupt in die Realität umgesetzt werden könnten. Gleichzeitig waren die Schülerinnen und Schüler motiviert, sich über den B-Plan zu informieren und ihre Idee realitätsnah sowie praktisch anwendbar auszugestalten. Themen wie Bauwerksbegrünung, der Einsatz von erneuerbaren Energien sowie soziale Aspekte bei der Nutzung von Flächen und Bauten wurden berücksichtigt. Die Ausgestaltung der sechs Konzepte wurde fünf Mal in Form von Modellbauten finalisiert und ein Projekt als KI-gestützte Präsentation vorgestellt.
Das Projekt Stadtentdecker
Das Projekt „Stadtentdecker“ vermittelt Jugendlichen, dass sie nicht nur Nutzende ihrer Umgebung sind, sondern sich aktiv an der Gestaltung der Umwelt beteiligen können. Zudem hilft das Projekt den Jugendlichen, ihre Stadt oder ihren Ort besser kennenzulernen und sich mit ihm zu identifizieren. Durch die aktive Auseinandersetzung mit der Umgebung entsteht ein persönlicher Bezug, der das Verantwortungsgefühl für den eigenen Lebensraum stärkt. Zudem fördert das Projekt die demokratische Teilhabe der Jugendlichen. Durch die Zusammenarbeit mit Architektinnen und Architekten, Stadtvertretern und anderen Fachleuten erleben die Schüler praxisnah, wie Stadtentwicklung funktioniert. Sie lernen, im Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und ihre Ideen öffentlich zu präsentieren. Sie bekommen außerdem einen realistischen Eindruck davon, wie viele Interessen und Anforderungen bei der Planung öffentlicher Räume berücksichtigt werden müssen.
Darüber hinaus trägt das Projekt „Stadtentdecker“ zur nachhaltigen Entwicklung der Städte und Gemeinden in Brandenburg bei, indem es die Perspektiven der jungen Generation in den kommunalen Planungsprozess einbindet. Dies kann langfristig dazu beitragen, die Bindung junger Menschen an ihren Heimatort zu stärken und die Abwanderungstendenzen zu verringern. Kommunen profitieren davon, indem sie Impulse für eine generationengerechte und zukunftsfähige Stadtgestaltung erhalten, was die Attraktivität und Lebensqualität der Region erhöht und somit die demografische Stabilität fördert.
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung stellt aktuell für bis zu 15 Projekte im Jahr insgesamt 82.500 Euro zur Verfügung. Die Projekte können bis zu einem Höchstsatz von 5.500 Euro gefördert werden.
2023 feierte das Stadtentdecker-Projekt nicht nur sein 10-jähriges Jubiläum, es wurde auch mit dem Berlin Brandenburg Preis – getragen von der Stiftung Zukunft Berlin und der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH – ausgezeichnet.