Potsdam - Startschuss für neuen Glanz
Vielen Gebäuden in Potsdam sieht man Anfang der 1990er an, dass sie jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben waren. Der graue Putz bröckelt von den Wänden, Fenster sind zugenagelt. Ganze Straßenzüge stehen kurz vor dem Abriss. Zur gleichen Zeit treffen sich in Neuruppin Expertinnen und Experten und geben den Startschuss für den städtebaulichen Denkmalschutz im gesamten Osten:
"Die Städte und Regionen in den neuen Bundesländern haben deutsche Geschichte und ¬Kultur über Jahrhunderte mit geprägt. Es wird Jahre, ja Jahrzehnte dauern, bis die Städte und Gemeinden in ihrer städtebaulichen Entwicklung und Stadtgestalt ebenso wie in der technischen Infrastruktur den über Jahrzehnte aufgestauten Erneuerungsbedarf abgearbeitet haben."
Aus der Neuruppiner Erklärung, 28. Mai 1991
Vielen Gebäuden in Potsdam sieht man Anfang der 1990er an, dass sie jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben waren. Der graue Putz bröckelt von den Wänden, Fenster sind zugenagelt. Ganze Straßenzüge stehen kurz vor dem Abriss. Zur gleichen Zeit treffen sich in Neuruppin Expertinnen und Experten und geben den Startschuss für den städtebaulichen Denkmalschutz im gesamten Osten:
"Die Städte und Regionen in den neuen Bundesländern haben deutsche Geschichte und ¬Kultur über Jahrhunderte mit geprägt. Es wird Jahre, ja Jahrzehnte dauern, bis die Städte und Gemeinden in ihrer städtebaulichen Entwicklung und Stadtgestalt ebenso wie in der technischen Infrastruktur den über Jahrzehnte aufgestauten Erneuerungsbedarf abgearbeitet haben."
Aus der Neuruppiner Erklärung, 28. Mai 1991
Potsdam orientiert sich am historischen Vorbild
Die Potsdamerinnen und Potsdamer wollen dem Verfall nicht länger zusehen. Überall schließen sie sich in Altstadtinitiativen zusammen, nehmen die Dinge selbst in die Hand, reparieren und kümmern sich. In Potsdam ist die Stadtentwicklung von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt: Die Menschen in der Stadt beginnen, ihre Mitte neu zu denken – aber nicht nur am Reißbrett. In Foren, Initiativen und Planungswerkstätten wird diskutiert. Jeder will mitreden. Potsdam soll kein „Disneyland“ werden, aber zurück zum historischen Vorbild mit Sichtachsen, wiederhergestellten Fassaden und das alles mit der Maßgabe, auch in der Innenstadt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So wächst unter anderem das Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte, welches an den historischen Stadtgrundriss anknüpft und prägende Gebäude wie Stadtschloss, Nikolaikirche und Altes Rathaus wieder ins Bewusstsein holt. Wo zuvor Brachen und Verkehr dominierten, entsteht am Alten Markt Schritt für Schritt ein Platz, der an die barocke Residenzstadt erinnert.
Auch in den Stadtteilen zeigen die Menschen, was in ihnen steckt: Die Plattenbaugebiete Schlaatz, Stern und Drewitz werden mit Unterstützung der Städtebauförderung auf Vordermann gebracht. Es geht um mehr als nur Sanierung. Es geht um die Frage: Wie fühlen wir uns wohl? Beispielgebend ist der Umbau der Konrad-Wolf-Allee in der Gartenstadt Drewitz. Der ehemals vierspurige Straßenraum wird umgebaut, ein sozialer Treffpunkt mit Spielplätzen und grünen Aufenthaltsflächen entsteht.
„Es wird Jahre, ja Jahrzehnte dauern“, so hatte es die Neuruppiner Erklärung vorausgesagt. Und so kommt es auch. Über drei Jahrzehnte sanieren die Potsdamerinnen und Potsdamer Haus für Haus, Straße für Straße, Platz für Platz und Park für Park. Leuchtturmprojekte erstrahlen wie zum Beispiel die Schiffbauergasse, die vom Industriestandort zum integrierten Kultur- und Gewerbestandort mit Theaterneubau umgebaut wird. Oder die 2. Barocke Stadterweiterung mit ihren prägenden barocken Typenhäusern, der zentralen Einkaufsachse Brandenburger Straße sowie dem Holländischen Viertel. Auch die Potsdamer Mitte gehört mit dem Alten Markt, dem Lustgarten und der Entwicklung eines neuen Kultur- und Kreativstandortes zwischen Neuem Markt und Plantage dazu. Nicht zu vergessen das Weberviertel in Babelsberg mit seinen pittoresken Weberhäusern und die radikale Transformation eines ehemaligen Militärareals (Bornstedter Feld) in ein familienfreundliches Wohngebiet, dessen Herzstück der weitläufige Volkspark ist.
Und heute? Heute erzählt Potsdam die Erfolgsgeschichte seiner Stadtentwicklung an jeder Ecke. Keine Frage, Potsdam gehört heute zu den schönsten Städten Deutschlands. Seine Einwohner schätzen die Lebensqualität, die Touristen ihr (bau)kulturelles Erbe - das zeigen immer neue "Tourismus-Rekorde". 1990 aber, da war diese Entwicklung nicht vorhersehbar - und auch kein Selbstläufer. Sondern das Ergebnis von Menschen, die Ideen hatten, sich eingemischt und angepackt haben.
Potsdam hat bis heute über 370 Millionen Euro aus der Städtebauförderung erhalten. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ist stolz darauf, gemeinsam mit dem Bund Ideen- und Herzensprojekte der Städte in Brandenburg zu unterstützen. Und das seit 35 Jahren.
Potsdam orientiert sich am historischen Vorbild
Die Potsdamerinnen und Potsdamer wollen dem Verfall nicht länger zusehen. Überall schließen sie sich in Altstadtinitiativen zusammen, nehmen die Dinge selbst in die Hand, reparieren und kümmern sich. In Potsdam ist die Stadtentwicklung von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt: Die Menschen in der Stadt beginnen, ihre Mitte neu zu denken – aber nicht nur am Reißbrett. In Foren, Initiativen und Planungswerkstätten wird diskutiert. Jeder will mitreden. Potsdam soll kein „Disneyland“ werden, aber zurück zum historischen Vorbild mit Sichtachsen, wiederhergestellten Fassaden und das alles mit der Maßgabe, auch in der Innenstadt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So wächst unter anderem das Leitbautenkonzept für die Potsdamer Mitte, welches an den historischen Stadtgrundriss anknüpft und prägende Gebäude wie Stadtschloss, Nikolaikirche und Altes Rathaus wieder ins Bewusstsein holt. Wo zuvor Brachen und Verkehr dominierten, entsteht am Alten Markt Schritt für Schritt ein Platz, der an die barocke Residenzstadt erinnert.
Auch in den Stadtteilen zeigen die Menschen, was in ihnen steckt: Die Plattenbaugebiete Schlaatz, Stern und Drewitz werden mit Unterstützung der Städtebauförderung auf Vordermann gebracht. Es geht um mehr als nur Sanierung. Es geht um die Frage: Wie fühlen wir uns wohl? Beispielgebend ist der Umbau der Konrad-Wolf-Allee in der Gartenstadt Drewitz. Der ehemals vierspurige Straßenraum wird umgebaut, ein sozialer Treffpunkt mit Spielplätzen und grünen Aufenthaltsflächen entsteht.
„Es wird Jahre, ja Jahrzehnte dauern“, so hatte es die Neuruppiner Erklärung vorausgesagt. Und so kommt es auch. Über drei Jahrzehnte sanieren die Potsdamerinnen und Potsdamer Haus für Haus, Straße für Straße, Platz für Platz und Park für Park. Leuchtturmprojekte erstrahlen wie zum Beispiel die Schiffbauergasse, die vom Industriestandort zum integrierten Kultur- und Gewerbestandort mit Theaterneubau umgebaut wird. Oder die 2. Barocke Stadterweiterung mit ihren prägenden barocken Typenhäusern, der zentralen Einkaufsachse Brandenburger Straße sowie dem Holländischen Viertel. Auch die Potsdamer Mitte gehört mit dem Alten Markt, dem Lustgarten und der Entwicklung eines neuen Kultur- und Kreativstandortes zwischen Neuem Markt und Plantage dazu. Nicht zu vergessen das Weberviertel in Babelsberg mit seinen pittoresken Weberhäusern und die radikale Transformation eines ehemaligen Militärareals (Bornstedter Feld) in ein familienfreundliches Wohngebiet, dessen Herzstück der weitläufige Volkspark ist.
Und heute? Heute erzählt Potsdam die Erfolgsgeschichte seiner Stadtentwicklung an jeder Ecke. Keine Frage, Potsdam gehört heute zu den schönsten Städten Deutschlands. Seine Einwohner schätzen die Lebensqualität, die Touristen ihr (bau)kulturelles Erbe - das zeigen immer neue "Tourismus-Rekorde". 1990 aber, da war diese Entwicklung nicht vorhersehbar - und auch kein Selbstläufer. Sondern das Ergebnis von Menschen, die Ideen hatten, sich eingemischt und angepackt haben.
Potsdam hat bis heute über 370 Millionen Euro aus der Städtebauförderung erhalten. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ist stolz darauf, gemeinsam mit dem Bund Ideen- und Herzensprojekte der Städte in Brandenburg zu unterstützen. Und das seit 35 Jahren.