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35 Jahre Städtebauförderung: Minister Robert Crumbach sagt Danke

© MIL

Liebe Brandenburgerinnen und Brandenburger,

viele Menschen im ganzen Land haben in den vergangenen Jahrzehnten Verantwortung übernommen – in Räten und Ausschüssen, in Planungsbüros und Bauämtern, in Vereinen und Initiativen, in Unternehmen und natürlich in ihren Nachbarschaften und Häusern. Wenn wir heute auf 35 Jahre Städtebauförderung in Brandenburg blicken, dann erzählen wir keine Geschichte von „früher schlecht“ und „heute gut“. Wir erzählen eine Geschichte von Veränderung – und davon, wie viel Mut, Beharrlichkeit und Leidenschaft es braucht, damit eine Region ihr Gesicht wandelt, ohne ihre Seele zu verlieren.

Als ich Brandenburg Anfang der 1990er Jahre kennengelernt habe, war vieles anders als heute. Viele Gebäude waren sichtbar in die Jahre gekommen, Straßenzüge wirkten angegriffen, man spürte den Sanierungsstau an vielen Ecken. Gleichzeitig erinnere ich mich an etwas ganz anderes, das mich mindestens genauso geprägt hat: an eine enorme Wärme, an Humor, an Zuversicht. Es gab unglaublich viel Farbe im Miteinander – in den Gesprächen, in den Wohnzimmern, auf den Höfen, in den Vereinen. Diese Mischung aus schwierigen Ausgangsbedingungen und großer innerer Kraft habe ich nie vergessen. Genau dieser Funke ist bei mir übergesprungen. Es war einer der Hauptgründe, warum ich hierbleiben wollte: die Entschlossenheit der Brandenburgerinnen und Brandenburger, ihr Land lebenswert zu machen – ohne große Worte, aber mit umso mehr Tatkraft.

35 Jahre Städtebauförderung – dahinter stecken Programme, Richtlinien, viele Zahlen. Doch hinter jeder Zahl stehen Menschen und Entscheidungen. Hinter jeder sanierten Fassade steckt eine Geschichte. Hinter jedem Platz, der heute zum Verweilen einlädt, stehen Debatten, manchmal Streit, oft Kompromisse – und am Ende der gemeinsame Wille, einen Ort besser zu machen. Ja, es sind erhebliche Mittel ins Land geflossen. Und ja, jeder öffentliche Euro hat weitere private Investitionen ausgelöst. Aber Geld allein erklärt nicht, warum aus gefährdeten Straßenzügen wieder lebendige Quartiere geworden sind, warum Plätze, die früher gemieden wurden, heute Treffpunkte für Familien, Ältere, Jugendliche sind. Dafür brauchte es Menschen, die gesagt haben: Wir geben unser Viertel nicht auf. Wir kämpfen um dieses Haus, um diesen Platz, um unsere Innenstadt. Wir wollen, dass unsere Kinder hier gern aufwachsen.

Diese Haltung ist das, was Brandenburg in den letzten 35 Jahren geprägt hat – und sie ist mindestens so wichtig wie jedes Förderprogramm. Und genau darüber müssen wir gerade heute sprechen. Haltung und Stolz – das sind keine Begriffe, die wir den Lautesten am Rand des politischen Spektrums überlassen dürfen. Stolz auf das eigene Land, auf die eigene Stadt, auf gemeinsam Erreichtes ist nichts Gefährliches. Gefährlich wird es nur, wenn dieser Stolz andere klein machen soll.

Der Stolz, von dem ich spreche, funktioniert anders. Er sagt nicht: „Wir sind besser als andere.“ Er sagt: „Wir haben hier etwas geschafft – gemeinsam, über Parteien, Generationen und unterschiedliche Lebenswege hinweg.“ Er schließt niemanden aus, sondern lädt ein, Teil dieser Geschichte zu sein. Und dieser inklusive, demokratische Stolz ist eine Kraft, die wir dringend brauchen – gerade in Zeiten, in denen Misstrauen, Resignation und Spaltung lauter geworden sind.

Warum kann man heute stolz sein, hier in Brandenburg zu leben? Weil man es sehen und anfassen kann. Wer durch Potsdam geht, erkennt den Wandel an jeder Ecke. Orte, die kurz nach der Wende eher an Provisorien erinnerten, sind heute gepflegte Quartiere, neu gemischte Viertel, lebendige kulturelle Räume. Und gleichzeitig ist vieles von dem, was dieses Land ausmacht, bewahrt worden – die historischen Stadtkerne, die Silhouetten, die vertrauten Blickachsen.

Ähnliche Geschichten finden wir auch in anderen Teilen des Landes, in Neuruppin, Cottbus, Brandenburg an der Havel, Eberswalde und vielen anderen Städten und Kommunen. Städte, die in den frühen 1990er Jahren vor vollkommen unklaren Perspektiven standen, haben sich neu erfunden, ohne ihre Geschichte abzuschneiden. Man spürt heute eine gewachsene Selbstverständlichkeit: Menschen sagen nicht mehr entschuldigend, wo sie herkommen – sie erzählen es gern. Stolz sein kann man auch auf die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen: zähe Planungsverfahren durchstehen, Fördermittel einwerben, Bürgerbeteiligung ernst nehmen, Denkmalschutz und moderne Anforderungen miteinander verbinden. Viele haben sich in Initiativen engagiert, Unterschriften gesammelt, Konzepte geschrieben, Veranstaltungen organisiert. Andere haben einfach „ihr“ Haus übernommen, mit viel Einsatz saniert und damit ein Stück Stadt gerettet.

Und schließlich gibt es einen Grund zum Stolz, der oft unterschätzt wird: Brandenburg hat es geschafft, über Jahrzehnte hinweg zusammenzuhalten, während sich die Städte verändert haben. Es gab Brüche, Verluste, Abschiede. Aber es gab eben auch das Gefühl, dass sich die Anstrengung lohnt – und dass man diesen Weg gemeinsam gehen will. Wenn wir uns Bilder aus den 90ern und von heute ansehen, dann sehen wir mehr als bauliche Erfolge. Wir sehen ein Versprechen, das eingelöst wurde: dass es sich lohnt, an dieses Land zu glauben.

Als Infrastrukturminister schaue ich selbstverständlich auch auf das, was vor uns liegt. Die Aufgaben sind groß: Klimaanpassung in unseren Städten, bezahlbarer Wohnraum, barrierefreie und sichere öffentliche Räume, eine Mobilität, die Stadt und Land verbindet, Quartiere, in denen man sich begegnen kann und nicht aneinander vorbeilebt. Von daher soll es nicht bei diesen 35 Jahren Städtebauförderung bleiben, sondern es wird – es muss – weitergehen. Und dafür stehen wir auf einem starken Fundament: Wir haben funktionierende Förderinstrumente und eine bis 2029 zunehmende und von Bund und dem Land Brandenburg zur Verfügung stehende Ausstattung an Städtebaufördermitteln. Aber vor allem haben wir auch Kommunen, die wissen, wie man diese Mittel nutzt, wir haben eine Stadtgesellschaft, die gelernt hat, mitzudiskutieren, mitzusteuern, sich einzumischen. Und wir haben diese Haltung, die uns durch die letzten Jahrzehnte getragen hat: nicht aufzugeben, sondern Schritt für Schritt besser zu werden.

Brandenburg ist in den letzten 35 Jahren nicht neu erfunden worden. Es ist weitergebaut worden – auf der Substanz, die da war, und mit der Energie der Menschen, die geblieben sind, die zurückgekehrt sind oder neu dazugekommen sind. Für dieses gemeinsame Werk sage ich heute: Danke. Ich danke allen, die an dieser Entwicklung mitgewirkt haben: den Kommunen, den Planerinnen und Planern, den Handwerkerinnen und Handwerkern, den Engagierten in Initiativen und Vereinen, den Eigentümerinnen und Eigentümern – und allen, die einfach hier leben und ihre Stadt Tag für Tag mit Leben füllen.

Herzlichen Dank.

Liebe Brandenburgerinnen und Brandenburger,

viele Menschen im ganzen Land haben in den vergangenen Jahrzehnten Verantwortung übernommen – in Räten und Ausschüssen, in Planungsbüros und Bauämtern, in Vereinen und Initiativen, in Unternehmen und natürlich in ihren Nachbarschaften und Häusern. Wenn wir heute auf 35 Jahre Städtebauförderung in Brandenburg blicken, dann erzählen wir keine Geschichte von „früher schlecht“ und „heute gut“. Wir erzählen eine Geschichte von Veränderung – und davon, wie viel Mut, Beharrlichkeit und Leidenschaft es braucht, damit eine Region ihr Gesicht wandelt, ohne ihre Seele zu verlieren.

Als ich Brandenburg Anfang der 1990er Jahre kennengelernt habe, war vieles anders als heute. Viele Gebäude waren sichtbar in die Jahre gekommen, Straßenzüge wirkten angegriffen, man spürte den Sanierungsstau an vielen Ecken. Gleichzeitig erinnere ich mich an etwas ganz anderes, das mich mindestens genauso geprägt hat: an eine enorme Wärme, an Humor, an Zuversicht. Es gab unglaublich viel Farbe im Miteinander – in den Gesprächen, in den Wohnzimmern, auf den Höfen, in den Vereinen. Diese Mischung aus schwierigen Ausgangsbedingungen und großer innerer Kraft habe ich nie vergessen. Genau dieser Funke ist bei mir übergesprungen. Es war einer der Hauptgründe, warum ich hierbleiben wollte: die Entschlossenheit der Brandenburgerinnen und Brandenburger, ihr Land lebenswert zu machen – ohne große Worte, aber mit umso mehr Tatkraft.

35 Jahre Städtebauförderung – dahinter stecken Programme, Richtlinien, viele Zahlen. Doch hinter jeder Zahl stehen Menschen und Entscheidungen. Hinter jeder sanierten Fassade steckt eine Geschichte. Hinter jedem Platz, der heute zum Verweilen einlädt, stehen Debatten, manchmal Streit, oft Kompromisse – und am Ende der gemeinsame Wille, einen Ort besser zu machen. Ja, es sind erhebliche Mittel ins Land geflossen. Und ja, jeder öffentliche Euro hat weitere private Investitionen ausgelöst. Aber Geld allein erklärt nicht, warum aus gefährdeten Straßenzügen wieder lebendige Quartiere geworden sind, warum Plätze, die früher gemieden wurden, heute Treffpunkte für Familien, Ältere, Jugendliche sind. Dafür brauchte es Menschen, die gesagt haben: Wir geben unser Viertel nicht auf. Wir kämpfen um dieses Haus, um diesen Platz, um unsere Innenstadt. Wir wollen, dass unsere Kinder hier gern aufwachsen.

Diese Haltung ist das, was Brandenburg in den letzten 35 Jahren geprägt hat – und sie ist mindestens so wichtig wie jedes Förderprogramm. Und genau darüber müssen wir gerade heute sprechen. Haltung und Stolz – das sind keine Begriffe, die wir den Lautesten am Rand des politischen Spektrums überlassen dürfen. Stolz auf das eigene Land, auf die eigene Stadt, auf gemeinsam Erreichtes ist nichts Gefährliches. Gefährlich wird es nur, wenn dieser Stolz andere klein machen soll.

Der Stolz, von dem ich spreche, funktioniert anders. Er sagt nicht: „Wir sind besser als andere.“ Er sagt: „Wir haben hier etwas geschafft – gemeinsam, über Parteien, Generationen und unterschiedliche Lebenswege hinweg.“ Er schließt niemanden aus, sondern lädt ein, Teil dieser Geschichte zu sein. Und dieser inklusive, demokratische Stolz ist eine Kraft, die wir dringend brauchen – gerade in Zeiten, in denen Misstrauen, Resignation und Spaltung lauter geworden sind.

Warum kann man heute stolz sein, hier in Brandenburg zu leben? Weil man es sehen und anfassen kann. Wer durch Potsdam geht, erkennt den Wandel an jeder Ecke. Orte, die kurz nach der Wende eher an Provisorien erinnerten, sind heute gepflegte Quartiere, neu gemischte Viertel, lebendige kulturelle Räume. Und gleichzeitig ist vieles von dem, was dieses Land ausmacht, bewahrt worden – die historischen Stadtkerne, die Silhouetten, die vertrauten Blickachsen.

Ähnliche Geschichten finden wir auch in anderen Teilen des Landes, in Neuruppin, Cottbus, Brandenburg an der Havel, Eberswalde und vielen anderen Städten und Kommunen. Städte, die in den frühen 1990er Jahren vor vollkommen unklaren Perspektiven standen, haben sich neu erfunden, ohne ihre Geschichte abzuschneiden. Man spürt heute eine gewachsene Selbstverständlichkeit: Menschen sagen nicht mehr entschuldigend, wo sie herkommen – sie erzählen es gern. Stolz sein kann man auch auf die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen: zähe Planungsverfahren durchstehen, Fördermittel einwerben, Bürgerbeteiligung ernst nehmen, Denkmalschutz und moderne Anforderungen miteinander verbinden. Viele haben sich in Initiativen engagiert, Unterschriften gesammelt, Konzepte geschrieben, Veranstaltungen organisiert. Andere haben einfach „ihr“ Haus übernommen, mit viel Einsatz saniert und damit ein Stück Stadt gerettet.

Und schließlich gibt es einen Grund zum Stolz, der oft unterschätzt wird: Brandenburg hat es geschafft, über Jahrzehnte hinweg zusammenzuhalten, während sich die Städte verändert haben. Es gab Brüche, Verluste, Abschiede. Aber es gab eben auch das Gefühl, dass sich die Anstrengung lohnt – und dass man diesen Weg gemeinsam gehen will. Wenn wir uns Bilder aus den 90ern und von heute ansehen, dann sehen wir mehr als bauliche Erfolge. Wir sehen ein Versprechen, das eingelöst wurde: dass es sich lohnt, an dieses Land zu glauben.

Als Infrastrukturminister schaue ich selbstverständlich auch auf das, was vor uns liegt. Die Aufgaben sind groß: Klimaanpassung in unseren Städten, bezahlbarer Wohnraum, barrierefreie und sichere öffentliche Räume, eine Mobilität, die Stadt und Land verbindet, Quartiere, in denen man sich begegnen kann und nicht aneinander vorbeilebt. Von daher soll es nicht bei diesen 35 Jahren Städtebauförderung bleiben, sondern es wird – es muss – weitergehen. Und dafür stehen wir auf einem starken Fundament: Wir haben funktionierende Förderinstrumente und eine bis 2029 zunehmende und von Bund und dem Land Brandenburg zur Verfügung stehende Ausstattung an Städtebaufördermitteln. Aber vor allem haben wir auch Kommunen, die wissen, wie man diese Mittel nutzt, wir haben eine Stadtgesellschaft, die gelernt hat, mitzudiskutieren, mitzusteuern, sich einzumischen. Und wir haben diese Haltung, die uns durch die letzten Jahrzehnte getragen hat: nicht aufzugeben, sondern Schritt für Schritt besser zu werden.

Brandenburg ist in den letzten 35 Jahren nicht neu erfunden worden. Es ist weitergebaut worden – auf der Substanz, die da war, und mit der Energie der Menschen, die geblieben sind, die zurückgekehrt sind oder neu dazugekommen sind. Für dieses gemeinsame Werk sage ich heute: Danke. Ich danke allen, die an dieser Entwicklung mitgewirkt haben: den Kommunen, den Planerinnen und Planern, den Handwerkerinnen und Handwerkern, den Engagierten in Initiativen und Vereinen, den Eigentümerinnen und Eigentümern – und allen, die einfach hier leben und ihre Stadt Tag für Tag mit Leben füllen.

Herzlichen Dank.