Klimabündnis Stadtentwicklung lobt Wettbewerb „CO2-neutrales Quartier“ aus
- Erschienen am - PresemitteilungDas Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg lobt zum dritten Mal den Wettbewerb „CO₂-neutrales Quartier“ aus. Nach zwei erfolgreichen Wettbewerbsrunden in den Vorjahren sind Kommunen, Wohnungsunternehmen, Energieversorger und weitere Akteure nun erneut eingeladen, ihre integrierten und kooperativen Vorhaben für eine klimaneutrale Stadt- und Quartiersentwicklung einzureichen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative und übertragbare Projekte sichtbar zu machen, die konkrete Beiträge zur Erreichung der Klimaneutralität leisten.
Brandenburg hat sich das Ziel gesetzt, spätestens bis 2045 klimaneutral zu werden. Der Umbau von Städten und Gemeinden spielt dabei eine zentrale Rolle. Für den Weg zur Klimaneutralität braucht es ambitionierte, realistische und gemeinsam entwickelte Ansätze vor Ort. Der Wettbewerb möchte genau diese Ansätze würdigen – unabhängig davon, ob sich ein Projekt noch in der Umsetzung befindet oder bereits realisiert wurde.
Brandenburgs Bauminister Robert Crumbach erklärt zum Start der dritten Wettbewerbsrunde: „Klimaneutralität kann nur erreicht werden, wenn wir unsere Städte und Gemeinden mit ins Boot holen. Denn die eigentliche Arbeit findet vor Ort statt. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie durch dezentrale Projekte umgesetzt wird. Dazu braucht es Stadtentwicklung und Städtebau als Rahmen, Sanierung als Hebel im Gebäudebestand und den städtebaulichen Denkmalschutz als verlässlichen Bestandteil der Transformation – mit großer Wirkung für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Ich sehe hier ein riesiges Potenzial. Dieses Potenzial wollen wir mit unserem Klimabündnis Stadtentwicklung heben. Der Wettbewerb, den wir alle zwei Jahr ausloben, überrascht dabei immer wieder durch kreative Ansätze und Ideen. Er honoriert beispielhafte Vorhaben, in denen Klimaschutz umgesetzt wird.“
Maren Kern, Vorständin BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.: „Klimaneutrale Quartiere entstehen nicht im Alleingang, sondern nur durch enge Zusammenarbeit von Kommunen, Wohnungswirtschaft, Energieversorgern und weiteren Partnern vor Ort. Genau diese Kooperationen brauchen wir, wenn Klimaschutz, Bezahlbarkeit und lebenswerte Quartiere gemeinsam gelingen sollen. Der Wettbewerb ,CO2-neutrales Quartier' macht sichtbar, wie vielfältig und praxisnah die Lösungen bereits heute sind - und er kann anderen Kommunen und Unternehmen Mut machen, eigene Wege zur Klimaneutralität zu gehen."
Thoralf Uebach, Vorsitzender der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. (VKU): „Es freut mich sehr, dass wir als Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg bereits zum dritten Mal den Landeswettbewerb ,CO2-neutrales Quartier‘ gemeinsam ausloben können. Es gibt in Brandenburg bereits viele gute innovative Konzepte, Planungen und Projekte bei denen die brandenburgischen Stadtwerke eng mit der Wohnungswirtschaft, den Kommunen und weiteren Akteuren zusammenarbeiten – diese möchten wir sichtbarer machen. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende sind die kommunalen Energieversorger allerdings auf Planungs- und Investitionssicherheit angewiesen – etwa durch eine schnelle gesetzliche Verankerung der Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW). Zudem ist es entscheidend, dass das sich derzeit in Novellierung befindende Wärmeplanungsgesetz sowie das Gebäudemodernisierungsgesetz eng aufeinander abgestimmt werden. Neue Vorgaben wie die ‚Bio-Treppe‘ oder Quoten für grüne Energieträger dürfen den gewünschten Ausbau der Wärmenetze nicht unterlaufen“, so Uebach.
Klimaneutralität als Gemeinschaftsaufgabe
Der Wettbewerb richtet sich bewusst an Projekte, die über Einzelmaßnahmen hinausgehen, mehrere Handlungsfelder miteinander verknüpfen und von mindestens zwei Akteuren gemeinsam umgesetzt werden.
Gesucht werden integrierte Vorhaben, die beispielsweise energetische Sanierung, klimaneutrale Energieversorgung, nachhaltige Mobilität und Klimaanpassung zusammen denken und dabei auch soziale Aspekte wie Bezahlbarkeit, Partizipation und Kooperation berücksichtigen.
Aus Sicht des Klimabündnisses ist klar: Klimagerechte Quartiere entstehen nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure. Kommunen, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Versorgungsunternehmen sowie weitere Partner tragen gemeinsam Verantwortung für zukunftsfähige Lösungen. Der Wettbewerb soll helfen, bestehende Kooperationen zu stärken, neue Allianzen zu bilden und gute Beispiele für andere Städte und Gemeinden in Brandenburg zugänglich zu machen.
Vielfalt der Wege ausdrücklich erwünscht
Prämiert wird bewusst die ganze Bandbreite von Umsetzungsständen – von umsetzungsorientierten Konzepten mit klarer Beschlusslage über Projekte in der Realisierung bis hin zu bereits umgesetzten Vorhaben der letzten Jahre. Dabei sind sowohl Maßnahmen im Gebäudebestand als auch Neubauprojekte oder Kombinationen aus beiden einreichungsfähig.
Im Mittelpunkt steht nicht die perfekte Lösung, sondern ein überzeugender und ambitionierter Transformationspfad, der zeitnah Emissionen reduziert und langfristig auf Klimaneutralität ausgerichtet ist. Die ausgezeichneten Projekte sollen Mut machen und zeigen, dass der klimagerechte Umbau auch unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen möglich ist.
Anerkennung, Vernetzung und öffentliche Sichtbarkeit
Mit der Prämierung würdigt das Klimabündnis das Engagement der beteiligten Akteure und unterstützt die Preisträger durch fachliche Begleitung und erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit. Die ausgezeichneten Projekte werden unter anderem in Fachmedien, über die Partner des Klimabündnisses sowie im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung vorgestellt. Für die prämierten Vorhaben werden zudem professionelle Videobeiträge erstellt, die für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden können.
Jetzt bewerben: Wettbewerbsfrist bis 30. September 2026
Die Bewerbungsfrist für den Wettbewerb „CO₂-neutrales Quartier 2026/27“ endet am 30. September 2026. Alle Informationen zu Teilnahmebedingungen, Kriterien und Einreichung sind online verfügbar.
Der Wettbewerb ist eine Initiative des Klimabündnis Stadtentwicklung Brandenburg, einem Zusammenschluss des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL), der Landesgruppe Berlin/Brandenburg des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) sowie des BBU Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen. Unterstützt wird das Bündnis in seiner Arbeit durch die Beratungsstelle Klimagerechte Kommune.
Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Bewerbung sind unter folgendem Link abrufbar: www.klimabuendnis-stadtentwicklung.de/wettbewerb