15.04.2021

| Presseinformation

Lottomittel für 100 Jahre Siedlung Gildenhall in Neuruppin

Else Mögelin, Malerin und Weberin, leitete von 1927 bis 1945 die Textilklasse derereien findet man in Kirchen, Kunstgewerbeschule Stettin. © Museum Neuruppin
Else Mögelin, Malerin und Weberin, leitete von 1927 bis 1945 die Textilklasse derereien findet man in Kirchen, Kunstgewerbeschule Stettin. © Museum Neuruppin

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung stellt rund 8.500 Euro aus der Konzessionsabgabe Lotto des Landes Brandenburg für das Ausstellungsprojekt des Deutschen Werkbundes e. V. in Zusammenarbeit mit dem Museum Neuruppin anlässlich „100 Jahre Gildenhall 2021 im Kontext der Siedlungsbewegung in Brandenburg“ zur Verfügung.

Guido Beermann: „Wir wollen mit Lottomitteln vor allem Projekte fördern, die nicht in den üblichen Förderprogrammen berücksichtigt werden können, jedoch von Bedeutung für die Menschen und die Region sind. Die 1921 von Architekten, Künstlern und Kunsthandwerkern gegründete Freilandsiedlung Gildenhall soll mit einer umfassenden Ausstellung im Museum Neuruppin wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Damit wird auch an die Tradition des Bauhauses und des Deutschen Werkbundes für genossenschaftlichen Siedlungsbau angeknüpft. Ich freue mich, dass sich ein gemeinnütziger Verein von Anwohnern mit dem Deutschen Werkbund Berlin und dem Museum Neuruppin dem baukulturellen Erbe widmet.“

In Gildenhall wurde 1921 von Georg Heyer die Freiland-Siedlung gegründet. Eine Kunsthandwerker-Genossenschaft nach den Prinzipien des Deutschen Werkbundes und des Bauhaus-Stils entstand. Der Deutsche Werkbund wurde 1907 als ein Zusammenschluss von Künstlern, Architekten und Unternehmern gegründet und hat auch im sozialen Wohnungsbau Maßstäbe gesetzt. Die Siedlung Gildenhall wurde maßgeblich durch die Ideen und Mitglieder des Werkbundes geprägt. Die Siedlung ist in ihrer geplanten Konzeption ein einzigartiges Beispiel in Brandenburg.

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens in 2021 soll die Siedlung Gildenhall mit einer großen Ausstellung im Museum Neuruppin als wesentliches kulturelles Erbe wieder in das Bewusstsein von Stadt und Region rücken. Die große Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche, ein Teil entsteht in Kooperation zwischen dem Museum und dem Verein „Gildenhall Horizonte“ und setzt sich mit dem Kunsthandwerk aus Gildenhall auseinander. In einem ergänzenden zweiten Teil der Ausstellung wird in Koproduktion mit dem Museum und dem Werkbund Berlin e.V. die Entstehungsgeschichte der Siedlung Gildenhall und ihrer Protagonisten, die Verbindungen zur Gartenstadt- und Lebensreformbewegung sowie der vielfältigen genossenschaftlichen Siedlungsgemeinschaften in Brandenburg dargestellt.

Ziel dieses Ausstellungsteils ist es, neben den vielschichtigen unternehmerischen, künstlerischen, architektonischen und sozialen Verflechtungen in Gildenhall und Brandenburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Verbindungen zu den prägenden Ideen des Deutschen Werkbundes und des Bauhauses aufzuzeigen. Gleichzeitig soll mit fundierten Betrachtungen und Erfahrungen aus der Historie Gildenhalls ein perspektivischer Blick auf die aktuellen und zukünftigen Ansätze zum Leben und Arbeiten in Brandenburg eröffnet werden.

Die Gesamtkosten für den Deutschen Werkbund Berlin betragen 15.000 Euro. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung stellt 8.500 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung, die Stadt Neuruppin und der Landkreis steuern gemeinsam 6.500 Euro bei.

Ident-Nr
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Datum
15.04.2021
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15.04.2021