Nauen: Förderbescheide für Stadtentwicklungsprojekte
- Erschienen am - PresemitteilungInfrastrukturstaatssekretärin Ina Bartmann hat heute der Stadt Nauen Fördermittel in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro für Stadtentwicklungsprojekte ausgereicht. Bund und Land stellen aus den Programmen „Lebendige Zentren“ und „Sozialer Zusammenhalt“ unter anderem Geld für die Sanierung von leerstehenden stadtbildprägenden Gebäuden und die weitere Gestaltung des Schul- und Bildungscampus Graf-Arco-Schule bereit.
Ina Bartmann: „Nauen ist es in den vergangenen Jahren dank des Einsatzes verschiedener Förderprogramme von Bund, Land und Europäischer Union gut gelungen, die historische Bausubstanz zu erhalten. Im mittelalterlichen Stadtkern wurden viele stadtbildprägende Gebäude sowie Straßen, Wege und Plätze weitgehend saniert. Dazu gehört auch das Rathaus, bei dem die Gebäudehülle und das Gebäudeinnere nach historischen Vorlagen rekonstruiert wurden und auch der Rathausturm erstrahlt wieder in neuem Glanz. Das ist gut angelegtes Geld und für alle sichtbar. Die Menschen leben gerne hier und auch für Besucherinnen und Besucher ist die Innenstadt attraktiv. Wir unterstützen mit den neuen Fördermitteln weitere Projekte, die die Lebensqualität erhöhen und vor allem auch Kindern und Jugendlichen zugutekommen.“
Bund-Länder-Programm Lebendige Zentren (LZ)
Stadt- und Ortskerne zu attraktiven, multifunktionalen und identitätsstiftenden Standorten für Arbeiten, Wirtschaft, Wohnen, Bildung und Kultur weiterzuentwickeln ist Anliegen des Städtebauförderungsprogramms Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne. In ihm werden insbesondere die Schwerpunkte der vorherigen Programme Städtebaulicher Denkmalschutz und Aktive Stadt- und Ortsteilzentren gebündelt. Stadt- und Ortskerne sollen gestärkt, aufgewertet und revitalisiert sowie als zentrale Versorgungsbereiche gesichert werden. Das Programm soll helfen, den Strukturwandel in Stadt- und Ortsmitten besser zu bewältigen und zugleich zur Stärkung und Belebung der Innenstädte beizutragen. Ein wichtiges Augenmerk liegt bei der Umsetzung des Programms auf der Weiterentwicklung der historischen Altstädte unter besonderer Berücksichtigung des städtebaulichen Denkmalschutzes.
Fördergebiet „Sanierungsgebiet Altstadt Nauen“
Das Fördergebiet „Altstadt Nauen“ wird seit 2020 im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“ gefördert. Davor erfolgte die Förderung seit 1991 im Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Durch die Altstadtsanierung konnte die Stadt Nauen ihr wertvolles städtebauliches Erbe durch zahlreiche grundhafte Sanierungen von Einzeldenkmalen bewahren. Im Stadtkern sind bis heute rund 80 Prozent der Grundstücke saniert oder neu bebaut, sodass ein Sanierungsbedarf noch bei rund 20 Prozent des Gebäudebestandes besteht. Im öffentlichen und im privaten Bereich konnte die Zentrumsfunktion gestärkt und der Handels- und Gewerbestandort Altstadt weiterentwickelt werden.
Im Programmjahr 2025 wurden 264.000 Euro Bundes- und Landesmittel bewilligt. Diese sollen für die Modernisierung und Instandsetzung bislang unsanierter Leerstandsobjekte und Einzeldenkmale einsetzt werden unter anderem für die Goethestraße 13 (Wohnhaus) und die Goethestr. 57/58 (Wohnhaus mit Gewerbeeinheiten).
Bund-Länder-Programm Sozialer Zusammenhalt (SZH)
Das Ziel des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ ist die Stärkung des sozialen Miteinanders und die Verbesserung der Lebensqualität in Stadt- und Ortsteilen mit besonderen Entwicklungsbedarfen. In Ergänzung zur bisherigen Zielstellung – der „Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile“ soll explizit auch ein präventiver Ansatz ermöglicht werden. Darüber hinaus wird die bisherige Schwerpunktsetzung, mit dem Bezug zu wenigen konkreten Indikatoren, erweitert und ermöglicht so die Bearbeitung einer breiten Palette von Handlungsfeldern wie Generationengerechtigkeit, Umweltgerechtigkeit, Sicherheit im Quartier. Damit soll unter anderem ein Beitrag zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität und Nutzungsvielfalt, der Integration aller Bevölkerungsgruppen und zur Stärkung des Zusammenhalts in der Nachbarschaft geleistet werden. Das Programm bündelt die Aktivitäten einer sozialen Stadtentwicklung und zeichnet sich vor allem durch seinen interdisziplinären Ansatz aus. Das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ unterstützt Städte daher nicht nur in ihrer baulichen Entwicklung. Ein Schwerpunkt des Programms umfasst auch das Quartiersmanagement und die Mobilisierung von Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und ehrenamtlichem Engagement.
Fördergebiet „Innenstadt Ost“
Das Fördergebiet „Innenstadt Ost“ wird seit 2020 im Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt“ gefördert. Davor erfolgte die Förderung von 2014 bis 2019 im Programm „Soziale Stadt“. Das Quartier steht aufgrund seiner sozio-kulturellen Zusammensetzung und der erhöhten Zuwanderung von Migranten vor zunehmenden Herausforderungen. Durch die Städtebauförderung soll das Quartier nachhaltig gestärkt und stabilisiert werden.
Im Programmjahr 2025 wurden rund 1,65 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel bewilligt. Die Mittel sollen unter anderem für den Rückbau des alten Heizhauses und weiterer Nebenanlagen in der Kreuztaler Straße 3, den Bildungs- und Integrationscampus des Dr. Georg Graf von Arco Schulzentrums für die Außenanlagen des Schulhofes und die Außenanlagen der Drei-Felder-Sporthalle sowie den Lückenschluss im Fußwegenetz und die barrierefreie Ertüchtigung der Gartenstraße und Straße des Friedens eingesetzt werden.
Nauen hat bisher rund 38,3 Millionen Euro Fördermittel aus mehreren Programmen für die Stadtentwicklung erhalten. Im Rahmen der Wohnraumförderung wurden 82,3 Millionen Euro für rund 1.400 Wohnungen bewilligt.