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04.11.2021

| Presseinformation

„Länger mobil – aber sicher?“ Gemeinsame Fachtagung von MIL und MIK

Fachtagung Verkehrssicherheit 2021 © MIL
Fachtagung Verkehrssicherheit 2021 © MIL

Die Langzeitanalysen sind eindeutig: Unfälle mit und von Seniorinnen und Senioren nehmen zu. Bei der Tagung „Länger mobil – aber sicher?“ des Verkehrsministeriums und des Innenministeriums Brandenburg tauschten sich heute internationale Verkehrssicherheitsakteure über Ursachen und mögliche Maßnahmen aus. Verkehrsminister Guido Beermann und Innenminister Michael Stübgen riefen dabei zur gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf. 

Verkehrsminister Guido Beermann: „Weil die Zahl der Unfälle mit der Beteiligung von älteren Menschen zunimmt, wird das Thema sichere Mobilität im Alter für die Verkehrssicherheitsarbeit immer wichtiger. Hier gibt es bereits eine Vielzahl an Hilfen und Angeboten für Seniorinnen und Senioren. Wir müssen dem Thema aber noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein Schlüssel dazu ist es, die Menschen zu mehr Vor- und Rücksicht im Straßenverkehr zu bewegen. Denn bei schweren Unfällen spielen überhöhte Geschwindigkeit und zu wenig Abstand eine große Rolle. Das gilt für alle Altersklassen. Wir wollen mit unserer Verkehrssicherheitsarbeit nicht polarisieren, sondern engagiert und sachlich informieren. Bei der Mobilität geht es um weit mehr als um persönliche Freiheit, es geht um gesellschaftliche Teilhabe – sei es beim täglichen Einkauf oder dem Besuch der Enkel. Sichere Mobilität für Seniorinnen und Senioren zu ermöglichen ist Aufgabe von uns allen.“

Innenminister Michael Stübgen: „Im vergangenen Jahr ereignete sich in Brandenburg alle 33 Minuten ein Verkehrsunfall, an dem ein älterer Mensch beteiligt war. Nahezu alle fünf Stunden wurde eine Person über 65 Jahre im Straßenverkehr verletzt. Jeden siebten Tag musste ein getöteter älterer Mensch bei einem Verkehrsunfall registriert werden. Aktuell leben fast 639.000 Menschen, die älter als 65 Jahre sind in Brandenburg – und ihr Anteil wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Darauf muss die Gesellschaft Antworten geben, denn jede Bürgerin und jeder Bürger hat das Recht, sich frei und sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.“

Um die Sicherheit älterer Menschen im Straßenverkehr noch mehr in den Fokus zu nehmen, hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung gemeinsam mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales die Fachtagung „Länger mobil – aber sicher?“ organisiert. Zahlreiche nationale und internationale Akteure aus dem Bereich Verkehrssicherheit nahmen daran teil. Neben den Analysen und Vorträgen von Expertinnen und Experten wurden bestehende und mögliche Maßnahmen und Ansätze für die künftige Verkehrssicherheitsarbeit der relevanten Akteure diskutiert.

 

Hintergrund: Die Verkehrssicherheitsarbeit des MIL

Die Verkehrssicherheitsarbeit des MIL besteht aus wichtiger Präventionsarbeit und konkreten infrastrukturellen Maßnahmen. Neben der Landeskampagne „Lieber sicher. Lieber leben“, bei der neben Fahranfänger*innen und Kindern auch Seniorinnen und Senioren eine Hauptzielgruppe sind, zählen dazu Infrastrukturmaßnahmen sowie die Unterstützung der vielen amtlichen und ehrenamtlichen Akteure im Bereich der Verkehrssicherheit. Zu den Infrastrukturmaßnahmen des Ministeriums gehören zum Beispiel Maßnahmen gegen Baumunfälle oder die Schulwegesicherung. Letztes Jahr hat das MIL 800.000 Euro in 24 Kilometer neu errichtete Schutzplanken investiert, 2021 investiert das MIL mehr als drei Millionen Euro in 85 Kilometer Schutzplanken. Im Programm zur Schul- und Spielwegesicherung hat das MIL 2020 den Kommunen 450.000 Euro zur Verfügung gestellt, 2021 werden es 600.000 Euro sein. Maßnahmen wie diese zeigen ihre Wirkung. Zum Beispiel ist die Zahl der Unfalltoten durch Baumunfälle von 409 im Jahr 1995 und 110 im Jahr 2005 auf 34 Unfalltote im letzten Jahr gesunken. Insgesamt lag die Zahl der Verkehrsunfalltoten Anfang der 90er noch bei der sechsfachen Zahl von heute, seit Mitte der 2000er Jahre bis heute hat sich die Anzahl nochmals halbiert. Trotz dieser positiven Entwicklungen wird das MIL seine Verkehrssicherheitsarbeit weiter intensivieren.

Ident-Nr
Presseinformation
Datum
04.11.2021
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Datum
04.11.2021