Wer hat in Zukunft das Steuer in der Hand?

Das Erklärstück Nr. 9 - Was ist autonomes Fahren?

Erklärstück autonomes Fahren © C. Schultz

In unseren Autos steckt eine Menge Technik, die das Fahren bequemer und sicherer macht. Schon heute können Fahrzeuge einzelne Schritte übernehmen, etwa das Einparken oder die Spur halten. Ein Stauassistent übernimmt im stockenden Verkehr das Bremsen, Beschleunigen und Lenken innerhalb der Fahrspur.

Die aktuellen Systeme erfordern aber, dass der Fahrer jederzeit das Steuer wieder übernehmen können muss.

In Zukunft sollen Autos in der Lage sein, von selbst zu lenken, zu beschleunigen oder abzubremsen. Sie sollen Verkehrssituationen völlig eigenständig einschätzen können. Erst dann spricht man von einem selbstfahrenden Auto und von vernetztem oder autonomem Fahren.

Bis jedoch der Computer im Auto den Menschen als Fahrer komplett ersetzt und Lenkrad und Pedale wegfallen, ist es noch ein weiter Weg.

Wenn man heute von Projekten zum autonomen Fahren spricht, meint man in der Regel eine wissenschaftliche Erprobung unter den realen Bedingungen des Alltagsverkehrs.

Das „autonome Fahren“ im öffentlichen Straßenraum ist für uns in Deutschland noch Zukunftsmusik, da insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen und hohe technische Sicherheitsanforderungen einem Einsatz im Alltag im Wege stehen.

Die Industrie hat sich auf ein fünftstufiges System geeinigt, mit dem die verschiedenen Arten des automatisierten Fahrens (bis hin zum autonomen Fahren) eingeteilt werden:

Stufe 0 (Fahrer fährt) – der Fahrer fährt selbst (keine Automatisierung)

Stufe 1 (Assistiertes Fahren) – der Fahrer lenkt noch selbst und wird in bestimmten Fahrsituationen durch Fahrerassistenzsysteme unterstützt. Dabei übernimmt das Fahrzeug bestimmte Fahrfunktionen, bspw. Abstandsregelung, Tempomat oder Berganfahrhilfe. Das können mittlerweile die meisten Autos in Deutschland.

Stufe 2 (Teilautomatisiertes Fahren) – der Fahrer überwacht das System dauerhaft. Das Auto kann einzelne Funktionen selbstständig übernehmen. Dazu gehören der Stauassistent und das automatische Einparken.

Stufe 3 (Hochautomatisiertes Fahren) – die technischen Systeme übernehmen die Fahrt schon fast komplett. Vor allem auf Autobahnen kann das Fahrzeug die komplette Steuerung übernehmen und passt sich der Geschwindigkeit am fließenden Verkehr an. Das Auto setzt eigenständig den Blinker und wechselt die Spur, weicht Hindernissen aus und bremst wenn es erforderlich ist. Trotz des hochautomatisierten Fahrens muss der Fahrer aber während der gesamten Zeit das Geschehen auf der Straße im Blick haben, um notfalls eingreifen zu können.

Stufe 4 (Vollautomatisiertes Fahren) – das Auto bewegt sich auch auf Landstraßen oder in der Stadt schon die meiste Zeit allein und parkt selbstständig. Das Auto übernimmt alle Funktionen, die zum Fahren dazu gehören. Der Fahrer muss nicht die ganze Zeit auf den Verkehr achten und kann während der Fahrt beispielsweise lesen. Erst wenn eine Situation für das System nicht bewältigt werden kann, wird der Fahrer aufgefordert, das Steuer zu übernehmen.

autonom fahrende © C. SchultzStufe 5 (Fahrerlose Autos) – das Auto fährt ohne Lenkrad selbstständig auf allen Straßen und in allen Geschwindigkeitsbereichen. Nach der Eingabe des Zieles und der Freigabe zum Start steuert das Fahrzeug vollautomatisch zum gewünschten Ort. In diesem Fall wird auch von „autonomen Fahrzeugen“ gesprochen.

Die Autoindustrie ist bereits technisch bei Stufe 3 angekommen. Die ersten Fahrzeuge sollen 2018 auf den Markt kommen.

Automobilexperten rechnen damit, dass die Stufe 5 – fahrerlose Autos, frühestens ab dem Jahr 2025 auf unseren Straßen zugelassen werden.