Neuruppiner Stadtentdecker gehen auf Zeitreise

Stadtentdecker aus Klasse 6a © MIL

Theodor Fontane, Karl Friedrich Schinkel, die Kaufmannsfamilie Gentz (mit dem Maler Wilhelm Gentz) und Friedrich der II. prägten zu ihrer Zeit in unterschiedlicher Art und Weise das Neuruppiner Stadtleben. Die Auseinandersetzung mit diesen Persönlichkeiten erfolgte in der Klasse 6a im Vorfeld des Stadtentdecker-Projektes über den Deutsch- und Geschichtsunterricht.

Die Schülerinnen und Schüler bearbeiteten Texte und Hintergrundinformationen, die den Bezug der berühmten Persönlichkeiten zu einem besonderen Ort oder Ereignis in der Stadt Neuruppin beschreiben. Für den Apothekersohn und den Schriftsteller Theodor Fontane war es die Löwenapotheke, in der er aufgewachsen ist und die bis heute unter diesem Namen existiert. Der Architekt, Künstler und Bühnenbildner Karl Friedrich Schinkel hat als sechsjähriger den Großen Stadtbrand 1787 und den nachfolgenden Wiederaufbau erlebt, was ihn zu seiner Berufswahl inspirierte. Die Unternehmerfamilie Gentz hat im 19. Jahrhundert die kaufmännischen Geschicke der Stadt beeinflusst. Friedrich II. hat im Tempelgarten ab 1736 glückliche Jugendjahre erlebt.

Entscheidend war vor Beginn des Stadtentdecker-Projektes die Frage, wie die Vorarbeiten der Schülerinnen und Schüler aus dem Deutsch- und Geschichtsunterricht mit den Themen Architektur und Stadtentwicklung verschnitten werden können. Unter Anleitung der projektbegleitenden Architektin, Martina Nadansky, sollten sie infolgedessen die traditionellen Bezüge in die heutige Zeit transformieren. So wurde beispielsweise der Frage nachgegangen, wie Karl Friedrich Schinkel wohl heute bauen würde oder wie Theodor Fontane sich eine Apotheke der Zukunft vorstellen könnte.

Um ihre Ideen zu visualisieren, entwarfen die Kinder in der Projektwoche Informationsplakate und bauten detailreiche Architekturmodelle. In besonderer Weise gelang es ihnen, neben den aktuellen Nutzungsanforderungen auch visionäre Ideen zu integrieren. So entwarf die Projektgruppe zur Kaufmannsfamilie Gentz beispielsweise selbstfahrende und intelligente Autos, die den Fahrgast auf Zuruf befördern, am gewünschten Ort absetzen und sich selbstständig einen Parkplatz suchen. Die Gruppe zu Theodor Fontane entwickelte nicht nur eine „smarte“ Apotheke der Zukunft mit Beratung und Verkauf via 3D Hologramm, sondern erfand auch eine Tablette, mit der Menschen im Wasser und im All atmen können.

Im sich anschließenden Stadtentdecker-Gespräch diskutierten ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus den einzelnen Projektgruppen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Neuruppin, des MIL und weiteren Projektbegleitenden wie Lehrkräften und Architekten ihre Vorschläge. Baudezernent Arne Krohn zeigte sich beeindruckt von den visionären Ideen der Kinder, die aus seiner Sicht gute Ansatzpunkte für die Stadtplanung der Zukunft liefern. Darüber hinaus erwägt Schulleiter Kamnick, die Modelle und Plakate weiter zu nutzen und sowohl in Schule als auch Stadtraum an geeigneter Stelle sichtbar zu machen.