Was sind ein PlusBus und ein KombiBus?

Das Erklärstück Nr. 8

Erklärstück PlusBus © VBB

Diesmal werden gleich zwei Begriffe erklärt: Der PlusBus und der KombiBus

Was ist ein PlusBus

Ein PlusBus ist wie ein Regionalexpresszug auf der Straße. Er fährt eine schnelle Verbindung ohne Umwege mit regelmäßigem Takt und kurzen Umsteigezeiten bei gutem Komfort. Sie sind modern, barrierefrei und haben W-LAN an Bord.

Es gibt bereits sechs regionale PlusBus-Netze mit insgesamt 13 Linien in ganz Brandenburg.

Alle fahren nach dem bekannten PlusBus Konzept – Stundentakt, Anschluss zur Bahn, Wochenendverkehr und direktem Linienweg.

Der neue „PlusBus Spreewald“ startet ab Juli 2018 mit den PlusBus-Linien 472 (Luckau-Lübben) und 500 (Lübben-Burg). Damit gibt es dann insgesamt 13 PlusBus-Linien im Land Brandenburg

Jeder PlusBus bedeutet Stundentakt von 6 bis nach 20 Uhr, kurze Übergangszeiten zwischen Bahn und Bus und Fahrten auch am Wochenende. Im Dezember 2014 starteten bei der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) im Landkreis Potsdam-Mittelmark die ersten drei PlusBus-Linien im Land Brandenburg. Zum ersten Mal wurde dabei ein Linienbuskonzept mit diesen einheitlichen Qualitätskriterien umgesetzt. Fuhren die Busse im Landkreis Potsdam-Mittelmark vorher vor allem ausgerichtet auf die Bedürfnisse des Schülerverkehrs (werktags, morgens, nachmittags, außerhalb der Schulferien), fahren sie seit der Einführung des PlusBus-Konzeptes tagsüber einen durchgängigen Stundentakt mit einen Angebot bis in die Abendstunden und am Wochenende. Weitere PlusBus-Linien gibt es im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark

Neben dem Stundentakt ist auch die optimale Umsteigebeziehung zwischen Bus und Bahn ein weiteres Qualitätskriterium der PlusBus-Linien. Definiert wurde eine maximale Übergangszeit von 15 Minuten inklusive Wegezeit. Der Anteil der Fahrgäste, die vom Regionalzug oder der S-Bahn in den PlusBus umsteigen, stieg um 25 Prozent.

Ziel des PlusBus-Konzeptes ist es, auch in der Fläche ein attraktives Bussystem anzubieten, Bus und Bahn gut zu verknüpfen und möglichst viele Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen. Im Jahr 2014 wurden auf den Linien 553, 580 und 581 werktags rund 670.000 Fahrgäste gezählt, nach der Umstellung des Linienbus-Konzeptes mit den PlusBus-Qualitäten stieg die Zahl der Fahrgäste im Jahr 2015 auf rund 730.000 Fahrgäste, eine deutliche Steigerung um rund 10 Prozent. Vor allem in den Tageszeiten mit sonst schwacher Nachfrage wuchsen die Fahrgastzahlen an.

Erklärstück PlusBus © VBB

Was ist ein KombiBus?

Ein KombiBus ist eine moderne Postkutsche. Früher war es selbstverständlich, Menschen und Güter gemeinsam zu befördern – warum auch nicht? Die Postkutsche und der Postbus verkörperten dieses Prinzip in Deutschland bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein. Mit zunehmender Motorisierung und Spezialisierung trennte sich der Güterverkehr vom Personenverkehr. Seit 2012 gibt es erstmals in Deutschland wieder einen Bus, der Menschen und Güter gemeinsam bewegt: Der KombiBus in der Uckermark - zu dem Zeitpunkt ein deutschlandweit einzigartiges Projekt.

Nach skandinavischem Vorbild betreibt die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) bis heute das KombiBus-Prinzip und nimmt in ihren Linienbussen nicht nur Fahrgäste, sondern auch Güter mit. So transportiert der KombiBus Lebensmittel, Post oder Gepäck zuverlässig und günstig von A nach B. Eine kurzfristige telefonische Anmeldung für einen Transport genügt. Eine gute Idee also, befand die Jury des bundesweiten Innovationswettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ und zeichnete den UVG-KombiBus 2015 mit einem Preis aus.

Der KombiBus öffnet lokalen Versendern neue regionale Absatzmärkte, die bisher wegen hoher Transportkosten verschlossen blieben. Eine Nische in der Logistikkette, die nun den kostengünstigen Transport von Kleinstmengen ermöglicht. Der KombiBus stärkt nachweisbar die regionale Wertschöpfung. Er erfüllt aber ein weitaus größeres Ziel: Er stabilisiert und stärkt die Nah -Mobilität durch „mehr Bus“ vor Ort.

Der Brandenburger KombiBus machte Schule und wird inzwischen auch in anderen Bundesländern eingesetzt. Seit Mitte 2016 haben alle Verkehrsunternehmen in Brandenburg die Möglichkeit, eine Förderung von bis zu 70.000 Euro bei der Einführung des Kombibus-Ansatzes auf bestehenden Linien in ihrem Gebiet zu erhalten. Die Anschubfinanzierung kann beim Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) beantragt werden.

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