"Hospital zum Heiligen Geist" stärkt historischen Stadtkern

sanierte Frontansicht © Erik-Jan Ouwerkerk, Ouwerkerkfoto Berlin

Das ehemalige „Hospital zum Heiligen Geist“ ist als Einzeldenkmal in die Liste der Baudenkmale des Landes Brandenburg eingetragen. Aufgrund seiner Größe, Gliederung und Gestaltung ist dieses Denkmal von besonderer Bedeutung für das Stadtbild. Es hebt sich durch seine lange Straßenfront von der übrigen, schmaleren Bebauung ab.

Sowohl der Leerstand als auch der Zustand der Gesamtanlage stellten einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar, der nur mit umfangreichen Baumaßnahmen an der vorhandenen Substanz behoben werden konnte. Die Suche nach einer nachhaltigen und langfristigen Nutzung hatte für die Stadt Luckau deshalb oberste Priorität. Der Erwerb des Ensembles und die Umsetzung des Nutzungskonzeptes der Eigentümerin fand deshalb die volle Unterstützung der Stadt.

Die Baumaßnahmen in den Jahren 2016/17 umfassten sowohl die Sanierung des Vorderhauses als auch den Umbau und die Modernisierung des seniorengerechten Mehrfamilienhauses im Hofbereich. Entstanden ist ein attraktives Wohnquartier für Senioren, Behinderte und Pflegebedürftige.

Im Vorderhaus sind zwei große Wohngemeinschaften für ambulantes betreutes Wohnen, eine teilstationäre Tages‐ und Nachtpflege, ein ambulanter Pflegedienst und eine Hof‐Werkstatt untergebracht. Das bereits in Teilen ausgebaute Mansardengeschoss wird vollständig zu Wohnzwecken und für Gästezimmer genutzt. Im rückwärtigen Wohnhaus sind sechs alters‐ bzw. seniorengerechte Mietwohnungen entstanden. Des Weiteren wurde der Hof zu einer Außenanlage mit hoher Verweilqualität und als Kommunikationsort für die Bewohnerinnen und Bewohner umgestaltet. Vorangegangen war der Abbruch eines 1980 mitten im Innenhof errichteten Heizhauses.

Die Instandsetzung und Wiederbelebung des Gebäudeensembles als Wohn‐, Pflege‐ und Betreuungseinrichtung ist aus städtebaulicher, stadtgeschichtlicher, stadtgestalterischer und denkmalpflegerischer Sicht besonders bedeutend. Zudem wird mit dem bedarfsgerechten Umbau als „Sonderwohnform des senioren‐ und behindertengerechten Wohnens in Wohngemeinschaften und Pflegewohnen“ ein sehr wichtiger Beitrag zur Funktionsstärkung des historischen Stadtkerns und zur Daseinsvorsorge geleistet. Es ist ein Beispiel für die behutsame und das Stadtbild verbessernde Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden im historischen Luckauer Stadtkern. Auch der Mut der jetzigen Eigentümerin, Frau Beate Riek, sich solch einem großen Vorhaben mit viel Engagement und finanzieller Risikobereitschaft zu widmen, ist außerordentlich anzuerkennen.

Frontansicht vor der Sanierung © MIL Das ehemalige „Hospital zum Heiligen Geist“ in der Lindenstraße 22 in Luckau wurde durch das Bund-Länderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz gefördert. Insgesamt wurden rund 940.000 Euro Städtebauförderungsmittel bei rund 1.980.900 Euro förderfähigen Gesamtkosten eingesetzt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen stellt weitere Informationen zum Denkmal des Monats zur Verfügung. Die Informationen dazu finden Sie rechts unter dem angegebenen Link.