denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule

Schüler am Zisterzienserkloster Neuzelle © Roland Rossner

Gebaute Geschichte erleben, dabei das kulturelle Erbe als Teil der eigenen Geschichte kennen lernen und sich für den Schutz und den Erhalt von Kulturdenkmalen zu engagieren – das sind Idee und Ziel von denkmal aktiv. Das Schulprogramm wurde schon 2002 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission.

Mit dem bundesweiten Programm wirbt die Initiatorin für den Lernort Denkmal und unterstützt die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Die Projekte sind Beispiele dafür, Denkmale als authentische Geschichtsquellen zu entdecken, sowie Möglichkeiten des Erhalts historischer Bauten und damit verbundener Berufsfelder kennenzulernen und Formen des bürgerschaftlichen Engagements zu erschließen. Darüber hinaus entsteht ein Netzwerk von Schulen, die die Themen Kulturerbe und Denkmalschutz alters- und schulformgerecht in Schulunterricht und -alltag einbinden.

Für die Teilnahme an denkmal aktiv können sich bundesweit allgemeinbildende und berufsbildende Schulen der Sekundarstufe I und II, Grundschulen mit den Jahrgangsstufen 5 und 6 sowie Einrichtungen der Lehreraus- und –fortbildung mit ihren Projektideen bewerben.

Die Schulen, die durch eine Jury für die Teilnahme an „denkmal aktiv“ im Schuljahr 2019/20 ausgewählt worden sind, erhalten für die Durchführung der Projekte eine finanzielle Förderung sowie eine fachlich-koordinierende Begleitung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Finanziert wird denkmal aktiv von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie in Brandenburg durch Beiträge der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen und des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2019 mit rund 8.000 Euro aus der Glücksspielabgabe der Lotterien und Sportwetten des Landes Brandenburg.

Zum Schuljahr 2019/20 sind folgende sechs Schulen aus Brandenburg zur Teilnahme an „denkmal aktiv“ ausgewählt worden:

Der Verbund aus den drei Schulen: Katholische Grundschule "Pfarrer Florian Birnbach" in Neuzelle mit der Erna- und Kurt-Kretschmann-Oberschule in Bad Freienwalde und der Gesamtschule 3 mit Gymnasialer Oberstufe in Eisenhüttenstadt. Diese drei Schulen widmen sich dem Leben in den Städten und Gemeinden Ostbrandenburgs und ihren Denkmalen.

Außerdem haben es weitere Einzelschulen in die Endauswahlrunde geschafft:

An der Katholischen Marienschule in Potsdam wird in einem fächerübergreifenden Seminarkurs die Villen- und Landhauskolonie Neubabelsberg erforscht.

Anhand zweier ganz unterschiedlicher Denkmale erschließt sich das Schülerteam der Freiherr-von-Rochow-Schule in Pritzwalk die Entwicklung der Prignitz und der Mark Brandenburg. Zum einen ist dies die Musterschule in Reckahn, an der die Bedeutung der Bildung gut ablesbar ist. Zum anderen geht es um die Tuchfabrik in Pritzwalk. Sie wird heute als Museum und Haus der Bildung genutzt, steht als Bauwerk jedoch mehr für die Bedeutung der Industrialisierung für die Region.

In der Carl-Diercke-Schule in Kyritz werden die Schülerinnen und Schüler eine Radtour entwickeln, die Fontanes Spuren zwischen Kyritz und Wusterhausen verbindet. Begleitend werden ein Flyer und eine App erstellt. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln nicht nur nutzbare denkmalpädagogisch einsetzbare Materialien, sie lernen ebenso Berufe kennen, die zum Erhalt und zur Vermittlung von Denkmalen notwendig sind.