05.06.2019Innovationstag der FH Potsdam und des Landesbetriebs Straßenwesen: High-Tech-Straßenbelag soll Schadstoffe reduzieren

Presseinformation

Wie können technische Neuerungen und Bauweisen in der Praxis des Straßenbaus umgesetzt werden? Zur Diskussion dieser Fragen hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Fachhochschule Potsdam die Veranstaltungsreihe „Innovationen im Straßenbau auf den Weg bringen“ ins Leben gerufen. Die Auftaktveranstaltung startete heute in Potsdam.

Wir wollen die Straßeninfrastruktur im Land erhalten, modernisieren und da wo es erforderlich ist mit Neubau ergänzen. Dabei wollen wir schnell, kosteneffizient und innovativ bauen. Deshalb beteiligt sich die brandenburgische Straßenbauverwaltung an zahlreichen Forschungsprojekten des Bundes und hat seit 1990 über 40 Versuchsstrecken gebaut. Beispielsweise wurde auf der A 12, A 13, A 24 und der L 40 in Potsdam abschnittsweise lärmarmer Straßenbelag eingebaut. In Geltow betreten wir mit dem Einbau eines Schadstoff ‚schluckenden‘ Asphaltes Neuland. Die gemeinsam mit der Fachhochschule gestartete Veranstaltungsreihe soll dazu beitragen, Innovationen auf die Straße zu bringen“, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider.

Prof. Bernd Schweibenz, Dekan des Fachbereichs Bauingenieurwesen an der Fachhochschule Potsdam: „Als forschende Hochschule hat die Fachhochschule Potsdam die Entwicklung von Innovationen und den Transfer in die Praxis stets im Fokus. Im Straßenbau stehen dabei die Reduzierung von Umwelteinflüssen und die Ressourcenschonung als Beitrag zur Nachhaltigkeit im Vordergrund. Auch das Thema Mobilität ist ein Schwerpunkt, der an unserem Fachbereich in der Forschung vorangetrieben wird, um zukunftsweisende und praxisrelevante Lösungen für die künftige Straßeninfrastruktur zu etablieren. Wir freuen uns, Gast- und Ideengeber zu sein und die vielseitigen Ideen aus dem Bereich impulsgebend zu unterstützen.“

Bei Erprobungen innovativer Baustoffe spielt das Thema Lärmschutz und Reduzierung von Luftschadstoffen im Straßenbau eine Rolle. Der Landesbetrieb Straßenwesen wird bei der Fahrbahnerneuerung auf der B 1 in Geltow einen neuen Belag erproben. Dieser nachhaltige High-Tech-Asphalt (NaHiTAS) reduziert durch seine photovoltaischen Eigenschaften den Stickstoff in der Luft. Das wird durch die Mischumg des Asphalts mit Titandioxid ermöglicht. Das Titandioxid reagiert mit Licht als Katalysator und beschleunigt dabei deutlich die Umwandlung von Stickoxid in Nitrate in einer sehr geringen Konzentration. Gleichzeitig erfolgt auch die Lärmreduzierung der Abrollgeräusche der Fahrzeuge.

In diesem Jahr werden mehr als 600 Millionen Euro in die Straßeninfrastruktur des Landes investiert. Dazu zählen sowohl Investitionen an Autobahnen als auch an Ortsumgehungen und Ortsdurchfahrten an Bundes- und Landesstraßen. Eine nachhaltige und langlebige Infrastruktur sowie die begrenzte Rohstoffverfügbarkeit erfordern deshalb den Einsatz neuer Baustoffe und Bautechnologien.

Schon heute werden Sand und Kies knapper, daher muss der Ressourcenschutz noch stärker in den Vordergrund rücken. Auf Grund der hohen Bautätigkeit gibt es beispielsweise im Raum Berlin-Brandenburg ein hohes Aufkommen an Bauabbruchmaterial. Jährlich werden rund 700.000 Tonnen mineralische Recycling-Baustoffe, Schlacke und Asphaltgranulat im Straßenbau wiederverwertet. In den letzten Jahren werden Recycling-Baustoffe, bezogen auf die Einbaumenge, doppelt so häufig eingesetzt wie natürliche Baustoffe. Dabei ist Brandenburg Vorreiter.

„Neben technischen Innovationen brauchen wir auch weiterhin gut ausgebildete Fachkräfte im Straßenbau. Deshalb haben wir bereits im vergangenen Jahr mit der Fachhochschule Potsdam einen Kooperationsvertrag für einen dualen Studiengang Bauingenieurwesen abgeschlossen. Mit diesem Angebot wollen wir den Fachkräftenachwuchs für Planung und Bau unserer Straßen in den kommenden Jahren sichern. Der Studiengang bietet eine attraktive und praxisnahe Ausbildung zur Bauingenieurin oder zum Bauingenieur mit der Aussicht, im Anschluss an die Ausbildung einen Job beim Landesbetrieb zu bekommen“, betonte Kathrin Schneider.

 

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