Stadt und Umland

Wochenmarkt in Jüterbog © MIL

Brandenburgs Städte sind Schwerpunkte der wirtschaftlichen Aktivität und der Infrastruktur. Ihr Einflussbereich erstreckt sich in der Regel auch auf umliegende Gemeinden. Viele Städte erfüllen damit ihre Aufgaben als Wachstumskern, andere sind als „Anker im Raum“ für die stabile Entwicklung der Region unverzichtbar.

Städte und Umland brauchen einander. Das betrifft sowohl die Kommunen im Berliner Umland als auch die Zentren und ihre Einzugsbereiche im Weiteren Metropolenraum. Je nach Art und Umfang der gemeinsamen Aufgaben und Themen erfolgt die interkommunale Zusammenarbeit in rechtlich formalisierten oder in informellen Strukturen.

In der Regel gibt es eine Arbeitsteilung zwischen den Kernstädten und den kleineren Orten in der Umgebung bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen, auf dem Wohnungsmarkt, bei Einrichtungen der Bildung, Kultur, Gesundheit, Freizeit und Erholung sowie bei der Verkehrsinfrastruktur. Diese wechselseitigen Versorgungsfunktionen zwischen Kernstadt und Umland sind unverzichtbar. Sie müssen dauerhaft und bedarfsgerecht für die Bevölkerung der jeweiligen Region gesichert werden. Im Interesse einer ausgewogenen Entwicklung müssen Überlastungen ebenso vermieden werden wie eine Unterauslastung vorhandener Nutzungsstrukturen.

Dazu sind einerseits stadtentwicklungspolitische Weichenstellungen erforderlich, wie etwa die Schwerpunktsetzung bei den zentralen Versorgungsbereichen. Außerdem sind kommunale, wohnungspolitische Strategien erforderlich, die auf den jeweiligen Wohnungsmarkt der Stadt und Region zugeschnitten sind. Die Städte und Gemeinden können dies im Rahmen Integrierter Stadtentwicklungskonzepte (INSEK) und Wohnungspolitischer Umsetzungsstrategien (WUS) steuern.

Das MIL ermöglicht im Rahmen der verfügbaren Programme der Städtebau- und Wohnraumförderung Unterstützung für wichtige Maßnahmen einer aufeinander abgestimmten Entwicklung von Stadt und Umland.

Zur Zeit sind das Bund-Länder-Programm "Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit" (KLS) und die nach dem Stadt-Umland-Wettbewerb (SUW) laufende EU-Förderung direkt auf die Unterstützung von Stadt-Umland-Kooperationen ausgerichtet. Beim KLS stehen als Förderziel die Unterstützung der öffentlichen, gemeindeübergreifenden Daseinsvorsorge und Infrastruktur in peripheren Teilen des Landes im Vordergrund. Im Ergebnis des SUW werden unter der Regie eines Lead-Partners gemeinsame Strategien der Kooperationspartner umgesetzt. Hier werden aus drei EU-Fonds (EFRE, ELER, ESF) Vorhaben mit einem breiten Themenspektrum gefördert.