Neuruppiner Stadtentdecker "demonstrieren" im Ratssaal

Neuruppiner Stadtentdecker bei ihrer Präsentation © MIL

Bei dem Projekt „Mit Bike und Bus durch Neuruppin“ ging es natürlich um das Thema Mobilität, ein für die Schülerinnen und Schüler hochaktuelles Thema, da viele täglich aus einem großen Einzugsgebiet mit dem Fahrrad oder dem Bus an ihre Schule kommen. Der Stadtspaziergang wurde daher zu einer Tour auf dem Fahrrad.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich in ihrer Freizeit auf den Weg gemacht und sich mit insgesamt  neun Orten in Neuruppin beschäftigt. Es wurde nicht nur kritisiert und analysiert, es wurden konkrete Verbesserungsvorschläge für vier Orte in Form von Plakaten und Modellen dargestellt. Es wurden Ideen für Bushaltestellen entwickelt, die zu Orten werden können, in denen sich alle Nutzer gerne aufhalten. So sind es beleuchtete, gemütliche Räume, die mit zusätzlichen Extras ausgestattet sein könnten.

Es wurden Ideen im Modell dargestellt, wie die Wege am Seedamm für alle Fußgänger und Radfahrer neben den Bahngleisen und der Autostraße sicher und angenehm gestaltet werden könnten. Außerdem hat sich eine Projektgruppe die Gestaltung einer Brachfläche vorgenommen, die Besucher auf den Tempelgarten und andere Sehenswürdigkeiten in Neuruppin neugierig machen soll und als Treffpunkt dienen kann.

Beeindruckt von den Ideen der Schüler ließ es sich Baudezernent Arne Krohn nicht nehmen, konkrete Folgetermine zu vereinbaren, an denen die Projektbeteiligten weitere Einblicke in die Umsetzung der Stadtentwicklungsplanung erhalten werden.

Im sich anschließenden Stadtentdecker-Gespräch diskutierten ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus den Projektgruppen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Neuruppin, des MIL und weiteren Projektbegleitenden wie Lehrkräften und Architekten ihre Vorschläge.

Das Projekt Stadtentdecker verknüpft das Anliegen der Architekturvermittlung mit dem Partizipationsgedanken. Ihm liegt die Überzeugung zu Grunde, dass Menschen über Wissen und Fähigkeiten verfügen müssen, um sich als Bürger an gesellschaftlichen Prozessen aktiv und erfolgreich beteiligen zu können. Schule ist wie kein anderer Ort geeignet, dieses Wissen und diese Fähigkeiten zu vermitteln. Insbesondere Erfahrungen aus der Demokratie-Erziehung zeigen, dass Kinder und Jugendliche immer dann, wenn ihre Anliegen beachtet und ihre Ideen und Wünsche gehört werden, mit großem Engagement reagieren. Immer dann, wenn ihre Perspektive gefragt ist, sind sie motiviert, sich Wissen anzueignen und sich zu Experten zu entwickeln – viel kompetenter und integrativer als die Erwachsenen es oft erwarten.