Mühlbergs Museum ist Denkmal des Monats November

Museum Mühlberg © Stadt Mühlberg

Nach erfolgreicher Sanierung präsentiert sich die Mühlberger Klosterpropstei als reformationsgeschichtliches Museum und erinnert in einer modernen Dauerausstellung an die Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547, die europäische Geschichte geschrieben hat.

Diese Schlacht war ein für den Verlauf der Reformation bestimmendes Ereignis. Denn hier trafen die Heere einer katholischen Allianz unter Karl V. auf den protestantischen Schmalkaldischen Bund. 7.000 Protestanten standen 17.000 katholischen Fußsoldaten und 10.000 Reitern gegenüber, denen sie sich geschlagen geben mussten. Die Reformation war vorerst gescheitert.

Ein weiterer Schwerpunkt bildet daher die spannende Geschichte Mühlbergs. Die Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel im Februar 2012 macht deutlich, wie sehr die kleine Stadt einmal im Zentrum europäischer Geschichte stand.

Das Zisterzienserinnenkloster Marienstern war jahrhundertelang geistliches Zentrum der Region. Die 1531 erbaute Propstei mit ihren mächtigen Maßwerkgiebeln sowie die großformatigen Wand- und Deckenmalereien aus dem 16. Jahrhundert zeugen von der einstigen Bedeutung und beeindrucken noch heute. Auch deshalb wurden bei der Sanierung bauliche Eingriffe in die historische Bausubstanz weitestgehend vermieden. Nur im rückwertigen Bereich der Propstei wurde auf den Fundamenten der ehemaligen Kornbrennerei ein Funktionsergänzungsbau errichtet.

Die Touristeninformation hat dort ebenfalls ihre Räumlichkeiten.

Die aufwendige Sanierung erfolgte in den Jahren 2002 bis 2014. Diese wurde mit insgesamt 1,37 Mio. Euro Fördermittel (Bund-Land-Kommune) aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ unterstützt.

Mit der Aktion Denkmal des Monats verschafft die Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" dem architektonischen Erbe in Brandenburg mehr Aufmerksamkeit. Die AG hat seit ihrer Gründung 1992 dazu beigetragen, das Bild ihrer Mitgliedstädte positiv zu verändern und die Innenstädte neu zu beleben. Wertvolle Bausubstanz konnte so erhalten werden.

Zur Ausstellung „ Mühlberg – Repräsentativer Backsteinbau zwischen Italien und Sachsen“

Diese Ausstellung reiht sich in das Kulturland - Themenjahr „wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa“ ein. Sie eröffnet einen Einblick in ein wenig bekanntes Kapitel unserer Stadtbaugeschichte und ist Teil des Verbundprojekts der brandenburgischen historischen Stadtkerne „Europa in Stein gebrannt – Spurensuche in historischen Stadtkernen“ lautet. Insgesamt 10 Mitgliedsstädte präsentieren im Laufe des Jahres die europäischen Einflüsse auf die lokale Baukultur und Architektur. Dabei wird insbesondere die Bauweise mit Backstein, die vom Mittelalter bis zur Zeit der Industrialisierung eine herausgehobene Rolle spielte, in einen europäischen Kontext gesetzt.

Mühlberg ist eine historische Doppelstadtanlage, deren Entwicklung eng mit der Elbe verbunden und noch heute von einem geschlossenen Stadtbild mit zahlreichen Einzeldenkmalen geprägt ist. Seit der Neuordnung der Grenzen nach dem Wiener Kongress liegt Mühlberg unmittelbar an der brandenburgisch-sächsischen Grenze. Die Ausstellung lässt die gemeinsamen und verbindenden Wurzeln und Werte, aber auch die Brüche in unserer Geschichte sichtbar werden und ermöglicht, sich mit Europa auseinanderzusetzen.