Zweiter Tag des nachhaltigen Planens und Bauens

Podiumsdiskussion mit Ministerin Schneider zum 2. Tag des nachhaltigen Planen und Bauens © MIL

Für den Festvortrag konnte Herr Prof. Martin zur Nedden gewonnen werden. Aus seiner langjährigen Erfahrung erläuterte der ehemalige Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Urbanistik die große Bedeutung der Stadtplanung für das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen auf kommunaler Ebene, insbesondere:

  • als Erfordernis einer nachhaltigen Bodenpolitik für bezahlbares Wohnen
  • für die Nachverdichtung im Innenbereich unbedingt, aber mit Augenmaß
  • als Erfordernis einer integrierten Stadtentwicklungspolitik
  • für Potenziale der Digitalisierung für eine nachhaltige Stadtentwicklung

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde mit dem Publikum kontrovers diskutiert, so auch die Frage: Ist das Thema Nachhaltigkeit wirklich schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Die Antwort: Die Grundlagen sind da, trotzdem gibt es noch viel zu tun.

Noch immer ist es so, dass in der Praxis vielfältige Probleme auftreten. Der Lösungsansatz muss früh, bereits bei der Ausbildung der Architekten und Architektinnen, Ingenieure und Ingenieurinnen sowie Stadtplaner und Stadtplanerinnen gesetzt werden. Hier muss die integrierte, nachhaltige Planung eine größere Bedeutung erhalten. Darüber hinaus werden auf der Baustelle ordnungspolitische Anforderungen und Standards als Hemmnis für die Umsetzung von Bauwerken in nachhaltiger Bauweise empfunden.

Intensiv wurde auch über die Bedeutung Grauer Energie diskutiert. Bestandsgebäude werden zu häufig zugunsten von Neubauten abgerissen und damit ihre positive Graue Energie vernichtet.

Insgesamt ließ sich feststellen, dass die Gesellschaft sich viel mehr mit dem Wert von Nachhaltigkeit beschäftigen muss, damit die Nachhaltigkeit im Planen und Bauen in der Mitte der Gesellschaft ankommen kann.

Am Nachmittag wurde in den sehr gut besuchten Praxisforen ein breites fachliches Spektrum angeboten. Engagiert diskutiert wurden:

  • die Lebenszyklusbetrachtung als Grundlage für gesamtheitliche Planungs- und Bauprozesse,
  • die energetische Sanierung des denkmalgeschützten Bauhausgebäudes in Dessau,
  • die Wiederverwendung der aus dem Bauhausgebäude ausgebauten Fenster,
  • Brandschutz im Zusammenhang mit Bauweisen und Baukonstruktionen aus Holz sowie
  • Brandschutz im Zusammenhang mit Wärmedämmverbundsystemen und verschiedenen Dämmstoffen. 

Die einzelnen Vorträge stehen Ihnen rechts unter „Anlagen“ zum Download bereit.