18.05.2016Tag der Städtebauförderung im Land Brandenburg

Schneider in Rüdersdorf, Jesse in Altlandsberg

Ausschnitt aus dem Titelfoto des "Handbuches zum Tag der Städtebauförderung" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit © Freie Hansestadt Bremen

Auch in diesem Jahr fand der bundesweite „Tag der Städtebauförderung“ im Land Brandenburg großen Anklang. 37 Städte machten unter dem Motto „Aus Liebe zum Quartier“ mit Stadtführungen, Besichtigungen von Gebäuden und Veranstaltungen auf Projekte aufmerksam, die im Rahmen der Städtebauförderung unterstützt worden sind. Bauministerin Kathrin Schneider war am Tag der Städtebauförderung am vergangenen Sonnabend in Rüdersdorf dabei, Baustaatssekretärin Ines Jesse besuchte den Tag der Städtebauförderung hat in Altlandsberg.

In Rüdersdorf  war unter anderem das Bergschreiberamt zu besichtigen, ein bergbauliches Verwaltungsgebäude aus kurfürstlicher Zeit. Der Museumspark hat dabei auch über die geplante Restaurierung des Baudenkmals informiert und weitere Projekte vorgestellt. 

„Immerhin zwei Drittel aller Brandenburgerinnen und Brandenburger leben in Städten. Am Tag der Städtebauförderung haben die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit ihre Stadt neu zu erleben. Führungen und Besichtigungen geben einen Einblick in die Baukultur und die Geschichte unserer Städte. Gleichzeitig wollen wir für mehr Beteiligung an den Planungsprozessen zukünftiger Projekte werben. So können Konflikte vermieden und ausgeräumt werden. Das ist wichtig, um die historische Bausubstanz zu bewahren, die Zentren zu stärken und die soziale Teilhabe der Menschen zu fördern“, sagte Ministerin Schneider.

In Rüdersdorf fanden auch Führungen durch den Museumspark statt, der im vergangenen Jahr mit seinem historischen Berg- und Kalkwerk in das Bund-Länder-Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen wurde. Ziel ist, den Museumspark für Touristen attraktiver zu gestalten. Der Eingangsbereich soll dazu besser an das Ortszentrum angebunden. Außerdem sind unter anderem die Sanierung und der Ausbau des kurfürstlichen Bergschreiberamtes geplant. Weitere Denkmalsicherungs- und Ausbauprojekte dieser weltweit einzigartigen Denkmallandschaft sind in Vorbereitung. Der Bund stellt 2,7 Millionen Euro für die bessere touristische Erschließung und die Erneuerung von Bauwerken zur Verfügung.

In Altlandsberg hat Baustaatsekretärin Ines Jesse das neue Läutewerk der Schlosskirche eingeweiht.

„ Am Tag der Städtebauförderung haben die Menschen die Gelegenheit, Städtebauförderprojekte zu besichtigen. Dabei wollen wir für mehr Beteiligung an den Planungsprozessen zukünftiger Projekte werben. In Altlandsberg funktioniert das beispielhaft. Für das Beteiligungsverfahren zur Neunutzung des Schlossgutes haben die Akteure bereits einen Preis beim 5. Innenstadtwettbewerb 2014 gewonnen. Die Schlosskirche wird neben dem Brau- und Brennhaus das kulturelle Herzstück des Schlossgutes. Die Stadt hat es hervorragend verstanden, verschiedene Fördertöpfe für das Gesamtprojekt zu kombinieren.“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Das Schlossviertel Altlandsberg ist das letzte innerstädtische Areal, welches nach 20-jähriger erfolgreicher Sanierung der historischen Altstadt nunmehr im Rahmen eines ganzheitlich ausgerichteten Konzepts entwickelt wird. Das Brau- und Brennhaus bildet gemeinsam mit der Schlosskirche und dem Gutshaus eine Einheit.

Altlandsberg besaß ursprünglich ein durch Otto von Schwerin ab 1657 erbautes Schloss, das für Brandenburgs König Friedrich I., der es dann 1708 kaufte, auch als Sommerresidenz diente. Am 12. Juni 1757 brannten das Schloss und Kirche ab. Vom Schloss sind davon nur noch wenige Reste erhalten. Die nun ehemalige Schlosskirche wurde hingegen ab 1768 unter Verwendung von Teilen des abgebrannten Schlosses erbaut. Sichtbarster Beleg ist der Einbau von drei Schlossportalen für den Kirchenbau. Die 1671 geweihte Kirche gilt als eines der wenigen Zeugnisse des Barock in der Region. Seit 1971 fanden in dem Gebäude keine Gottesdienste mehr statt. Bereits ab Anfang der Achtzigerjahre folgten Reparaturarbeiten und Umnutzung durch eine Kunstglaserei. Seit der Übernahme des als Baudenkmal ausgewiesenen Gebäudes 2008 durch Altlandsberg haben die Stadt und ein eigens gegründeter Förderverein die Verantwortung für die Entwicklung des Areals übernommen.

Die Sanierung der Schlosskirche wurde mit rund 1,9 Millionen Euro aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert. Für die Sicherung des Brau- und Brennhauses, die Außenanlagen sowie das Gutshaus hat das Infrastrukturministerium weitere rund 1,8 Millionen Euro bereitgestellt.

Die ostbrandenburgische Kleinstadt Altlandsberg wird bereits seit 1991 aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert und erhielt bisher rund 21 Millionen Euro. Damit ist der Sanierungsbedarf weitgehend gedeckt. Die Sanierung in Altlandsberg hat bereits einen sehr guten Stand erreicht. Rathaus, Stadtmauer, Marktplatz und viele Ackerbürgerhäuser sind saniert. Darüber hinaus wird seit 2014 das an die Innenstadt angrenzende Scheunenviertel mit Mitteln des „Städtebaulichen Denkmalschutzes“ unterstützt. Bisher wurden 810.000 Euro bereitgestellt.

Hintergrund Städtebauförderung:

Brandenburgs Kommunen haben seit 1991 insgesamt mehr als 3 Milliarden  Euro an Bundes- und Landesmitteln aus der nationalen Städtebauförderung erhalten. Aus verschiedenen EU-Programmen wurden städtebauliche Projekte mit 300 Millionen Euro  gefördert. In diesem Jahr wird das Land weitere 41,5 Millionen Euro Bundesmittel für die Städtebauförderung erhalten. Ergänzt durch Landesmittel, stehen damit Gelder in Höhe von 83 Millionen Euro zur Verfügung. Die entsprechende Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet.

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