15.07.2011Wissen, woher der Braten kommt: Ökologische Wildtierhaltung im Gut Hirschaue

Pressemitteilung

Termin: Montag, 18. Juli

Zeit: 13.20 Uhr

Ort: Gut Hirschaue, 15848 Rietz-Neuendorf OT Birkholz,

An der Hirschaue 2

Internet: www.gut-hirschaue.de

Beeskow- 142.200 Hektar werden in Brandenburg von Bio-Betrieben bewirtschaftet. Das macht rund 10,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Im Landkreis Oder-Spree sind es sogar 11,5 Prozent. Eines dieser Unternehmen ist das Gut Hirschaue in Rietz-Neuendorf bei Beeskow, das Mitglied im Biolandverband, einem der in Brandenburg anerkannten Verbände des ökologischen Landbaus, ist. Am Montag (18. Juli) informiert sich Agrarstaatssekretär Rainer Bretschneider beim größten Wildtierhalter im Land.

Wildfleisch erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch Wild ist nicht gleich Wild. Es kann nämlich auch von Tieren stammen, die in Gattern gezüchtet werden. Der Handel muss das auf dem Etikett nicht extra ausweisen. Es reicht die Aufschrift „Wild". Die landwirtschaftliche Wildtierhaltung nimmt in Brandenburg weiter zu. Landesweit werden rund 5.800 Muttertiere auf einer Gesamtfläche von 1.350 Hektar gehalten. Die meisten Betriebe verfügen über eine eigene Direktvermarktung.

In Ostbrandenburg, im Oder-Spree-Seengebiet zwischen dem Schlaubetal und dem „Märkischen Meer" – dem Scharmützelsee, bewirtschaftet Hartmut Staar im Verbund mit den Landwirtschaftsbetrieben der Söhne Michael und Henrik 572 Hektar Ackerland.

1990 startete Landwirt Hartmut Staar seine neue Karriere als Bio-Bauer. Mit seiner landwirtschaftlichen Wildtierhaltung besetzt er seitdem erfolgreich eine Nische in Brandenburgs Landwirtschaft. Werden die meisten Wildgehege in Deutschland auf Dauergrünland angelegt, kann der Speiseplan der Tiere im Gut Hirschaue abwechslungsreich gestaltet werden, da auf dem hofeigenen Ackerland eine sechsjährige Fruchtfolge mit wechselnden Futterkulturen zur Beweidung eingehalten werden. Im vierten Jahr dieser Fruchtfolge werden die Weideflächen von „Märkischen Sattelschweinen" umgebrochen.

1992 begannen die Arbeiten für die ersten 100 Hektar Gehegefläche. So wurden 13 Kilometer Zäune gestellt, 14.500 Bäume und Sträucher gepflanzt, Benjeshecken angelegt und Wirtschaftsgebäude errichtet. Inzwischen nehmen die Gehege eine Fläche von 185 Hektar ein.

1993 zogen die ersten 250 Damtiere ein. Aus dieser Anfangspopulation entwickelte sich ein Bestand von 500 weiblichen Tieren, 100 Zuchthirschen und 400 Kälbern.

Bei Rotwild gehören 120 Zuchtkühe sowie 30 Hirsche und 100 Kälber zum Gut.

Beim Muffelwild sind es 70 Muttertiere, 50 Kälber und ein Dutzend männliche Tiere.

Deutsches Sattelschwein wird Märkisches Sattelschwein

Als hofeigene Spezialität wird das „Märkisches Sattelschwein" vermarktet. 250 Stück gibt es davon im Betrieb. In Brandenburg wird in einigen Betrieben versucht, alte Landrassebestände zurückzuzüchten. Im Gut Hirschaue sind die Staars auf den Dreh gekommen, das Deutsche Sattelschwein mit einem Wildschwein zu kreuzen. Das Ergebnis ist das „Märkische Sattelschwein".

Das Deutsche Sattelschwein entstand um 1950 durch eine Zusammenführung ostdeutscher Bestände des Schwäbisch Hällischen Schweins und des Angler Sattelschweins. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bildeten 1990 nur noch 200 Sattelschweine im thüringischen Tierzuchtgut Hirschfeld einen Zuchtbestand.

Die „Märkischen Sattelschweine" sind ganzjährig im Freien und werden extensiv aufgezogen. Sie sorgen für die natürliche Unkrautregulierung auf den Flächen, bevor im Folgejahr Mais zur Beweidung durch Dam- und Rotwild angebaut wird.

1997 wurde die eigene Fleischerei mit Hofladen eröffnet. Rund um die Gehege gibt es Wanderwege.

Das Gut Hirschaue wurde 2008 mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie mit dem Brandenburger Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Jeden Sonntag um 10.00 Uhr startet im Gut eine anderthalbstündige Betriebsbesichtigung unter dem Motto „Wissen, woher der Braten kommt".

 

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