16.10.2009Raumordnungsverfahren für Ortsumgehungen Eberswalde/Bad Freienwalde abgeschlossen

Pressemitteilung 195/2009

Eine für die Menschen und die Natur verträgliche Straßenführung für die Ortsumgehungen Eberswalde bis Bad Freienwalde ist möglich. Das stellt die Gemeinsame Landesplanungsabteilung der Länder Berlin und Brandenburg im Ergebnis des Raumordnungsverfahren für die Ortsumgehungen von Eberswalde bis Bad Freienwalde fest. Über das Ergebnis informierte heute Infrastrukturminister Reinhold Dellmann in Eberswalde.

Reinhold Dellmann: „Die südlichen Trassenführungen und hier besonders die Variante C wurden am besten beurteilt. Voraussetzung ist, dass für die Menschen und in Erholungsräumen für Lärmschutz gesorgt wird. Als nächster Schritt wird die Linienbestimmung beim Bundesverkehrsministerium beantragt. Generell gilt: Als Erstes sollte der Abschnitt zwischen Eberswalde und der B 167 zwischen Tornow und Hohenfinow realisiert werden. Als nächstes dann der Abschnitt Ortsumgehung Bad Freienwalde. Diese beiden Abschnitte haben die größte Entlastungswirkung und sollten daher Vorrang vor den anderen Abschnitten haben. Mit einem Baubeginn zwischen Eberswalde und Bad Freienwalde ist erst nach Fertigstellung des ersten Teils der Ortsumgehung Eberswalde zu rechen, realistischerweise nicht vor 2015."

Im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird festgestellt, dass die nördlichen Varianten (1, 2 und 2.1) mit den Erfordernissen der Raumordnung unvereinbar sind. Sie widersprechen dem Ziel der Raumordnung zum Schutz des Freiraumverbundes. Ferner sind diese Varianten mit erheblichen Beeinträchtigungen von Natura 2000-Gebieten verbunden und im Ergebnis der raumordnerischen FFH-Verträglichkeitsprüfung unzulässig.

Die südlichen Varianten (3, 3.1, A und C) sind unter bestimmten Bedingungen („Maßgaben") mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar. Von diesen insgesamt vier als raumverträglich zu bewertenden Varianten wird die Variante C wegen der geringsten Konflikte mit den Erfordernissen der Raumordnung zum Freiraumschutz, zur Land- und Forstwirtschaft sowie den Belangen betroffener Menschen als die raum -und umweltverträglichste Variante bewertet.

Mit den Ortsumgehungen im Zuge der B 167 und B 158 soll die Verbindung zwischen den Mittelzentren Eberswalde und Bad Freienwalde verbessert und die Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die Lücke zwischen dem 1. Planungsabschnitt der Ortsumgehung Eberswalde im Zuge der B 167 und der bereits bestehenden B 167 Bad Freienwalde kann geschlossen werden. Mit der Ortsumgehung im Zuge der B 158 wird das Stadtzentrum von Bad Freienwalde entlastet, was für die weitere Entwicklung des Kurortes von großer Bedeutung ist.

Die Variante C führt zu keinen Zerschneidungen der Eberswalder Ortsteile Sommerfelde und Tornow, ist mit der geringsten Waldinanspruchnahme und geringeren Auswirkungen auf die betroffenen Menschen verbunden. Sie ist 21,6 Kilometer lang und kostet voraussichtlich rund 40 Millionen Euro. Auch hier ist Lärmschutz für Wohnbebauung und Erholungsbereiche notwendig, so die Beurteilung.

Variante C hat zu Beginn der Baustrecke bis zur Deponie Eberswalde-Ostend denselben Verlauf wie die Varianten 2 und 3. Sie beginnt an der L 200 (alt B 2) zwischen der Randbebauung von Eberswalde und dem Oder-Havel-Kanal und verläuft in Richtung Südosten. Dabei wird sie über die L 291, den Finowkanal sowie die Bahnstrecke der DB AG Eberswalde-Wriezen-Frankfurt (Oder) ge­führt. Im Anschluss führt sie entlang der Hangwälder über die Barnimplatte.

Zwischen Tornow und Hohenfinow führt Variante C nach Süden und hat ab Querung der L29 (L 29 wird über die B 167n Variante C geführt) denselben Verlauf wie die Varianten 3 und 3.1: Ab der B 158 schwenkt die Trasse scharf in Richtung Norden und quert noch einmal die B 167alt und die Bahnstrecke der DB AG. Nach der Bahnstrecke wird die Trasse in östlicher Rich­tung über den Freienwalder Landgraben sowie ein Gleis der DB AG geführt und bindet an die B 158 am Bauende an.

Die Variante C kann in vier verkehrswirksame Abschnitte eingeteilt wer­den. Der erste Abschnitt reicht vom Bauanfang in Eberswalde bis zur bestehenden B 167 zwischen Tornow und Hohenfinow. Der zweite Abschnitt führt von hier bis zur bestehenden B 158 südlich von Bad Freienwalde. Der dritte Abschnitt führt von der bestehenden B 158 bis zur bestehenden B 167 westlich von Bad Freienwalde. Der vierte Abschnitt reicht von hier bis zum Bauende nördlich von Bad Freienwalde.

Insgesamt waren sieben Varianten für eine mögliche Trassenführung der Ortsumgehungen im Raumordnungsverfahren zu bewerten. Alle Varianten beginnen in Eberswalde an der linienbestimmten B 167 OU Finowfurt/Eberswalde (1. Planungsabschnitt) und enden nördlich von Bad Freienwalde an der fertig gestellten B 167n OU Bad Freienwalde.

Nachdem im Laufe des Verfahrens von der Stadtverwaltung Eberswalde, dem Landkreis Barnim und von Bürgern weitere Varianten für eine Trassenführung der Ortsumgehung im Zuge der B 167 vorgeschlagen wurden, hat die Gemeinsame Landesplanungsabteilung das Raumordnungsverfahren zeitweilig ausgesetzt. Hierdurch konnten alternative Trassenführungen gefunden und im dann fortgesetzten Raumordnungsverfahren geprüft und bewertet werden. Variante C fußt auf diesen Anregungen.

Zu welchen Zeiten und wo die Landesplanerische Beurteilung zur Einsicht ausliegt, wird in der Region ortsüblich bekannt gemacht. Sie ist auch hier vollständig zu finden.

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